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Seelen-Hunger erkennen

Es ist viele Jahre her, als ich das erste Mal davon hörte, dass eine Seele Hunger hat und es in meiner Verantwortung läge, die Hunger meiner Seele zu stillen. Damals war ich irritiert, war ich es doch gewohnt, meine Aufmerksamkeit im Außen zu haben, mit wenig Vorstellung davon, was überhaupt mein Seelen-Hunger sein könnte und was meine Seele wirklich nachhaltig nähren könnte.

Doch wie erkenne ich überhaupt Seelen-Hunger? Und was könnten Hinweise für eine Seelen-Mangelernährung sein?

Bei mir äußert sich der Mangel in Unzufriedenheit, Nörgeleien, einem Gefühl chronischer Überforderung, genervt sein. Einem Mangel an Geschmeidigkeit und Flexibilität. Anspannung und Enge. Häufigen Auseinandersetzungen, Grübeleien, Zunahme von Sucht-Tendenzen, Konsum als Betäubung. Dem Gefühl von getrennt sein, Rückzug.

Um herauszufinden was du brauchst, könnten folgende Fragen Orientierungshilfen sein:

  • Was brauchst du, um dich genährt und zufrieden zu fühlen?
  • Was bringt dein Herz zum Singen?
  • Was gibt dir das Gefühl von Sinnhaftigkeit?
  • Was macht dein Leben spannend und glücklich?
  • Woran tankst du auf?
  • Wie kannst du physisch für dich sorgen?
  • Was ist dein roter Faden? Was ist dein Sinn und Zweck, der dich vorantreibt?
  • Was weckt deinen Appetit aufs Leben?
  • Wie fühlst du dich körperlich und materiell satt und zufrieden, bleibst du gesund und vermeidest einen Burn-out?

Für mich habe ich herausgefunden, dass z. B. Stille und Ruhe etwas ist, das mich nährt. Das Gefühl von freier, unverplanter Zeit, Raum für spontane Entscheidungen. Die Seele baumeln lassen. Geschehen und entstehen lassen. Zeiten mit Bäumen, bei „meiner“ Kuhherde oder in meiner Affenschaukel entspannend….

Zeiten des Innehaltens, in denen die leisen Töne in mir hörbar werden können, um mir zu sagen, ob die Spur, die ich verfolge, meinem natürlichen Selbst entspricht.

Zeiten in meiner Partnerschaft. Gemeinsam neue Wege gehen. Pfade finden. Intimität leben.

Ein Gegenüber. Inspirierende Begegnungen mit Menschen auf Augen- und Herzhöhe. Arme, in denen ich mich gemeint und geborgen fühle. Ein freundlicher Blick. Eine zärtliche Geste. Eine ernstgemeinte Frage. Ein wohlwollendes, ehrliches Feedback.

Ein Labsal für meine Seele ist der Kontakt mit Tieren. Zeiten in der Natur, neue Orte entdeckend. Der Duft des Morgens, des Abends. Ein Spaziergang im Regen, der Weg durch die Pfützen. Eine Nacht im Wald, am Wasser, am Feuer.

Genusszeiten mit meinem Körper. Liebend, tanzend, singend, Musik hörend, radelnd. Leckeres, veganes Essen genießend. Spontane Ausgelassenheit lebend – wie sie auch häufig in den Seminaren entsteht.

Eine andere Form von Seelennahrung sind Herausforderungen für mich. Herausforderungen, für die ich mich bewusst entscheide, erlebe ich oft als zutiefst bereichernd. Die Lebendigkeit, die dabei in mir entsteht belebt mich, macht mich wach und erzeugt Lust auf mehr.

Das Glück, einer Berufung folgen zu können nährt mich ebenfalls. Etwas Sinnvolles zu tun und in die Welt zu geben ist mir wichtig. Menschen interessieren mich. Menschlichkeit. Gemeinsam zu forschen, was es gerade brauchen könnte und was Entwicklung/Heilung möglich macht. Zeugin sein, wenn Erstarrtes ins Fließen kommt. Berühren dürfen. Berührt werden. Begleiten. Herzenspräsenz.

Zuweilen sind es auch meine Tränen, die mich nähren. Heilsames Weinen.

Und es gibt so vieles mehr:
Ein gutes Buch. Ein schöner Film. Das Lachen mit anderen Menschen. Spielen. Teilen. Besuch von/bei Freunden. Konstruktive Auseinandersetzungen, gelebte Nachhaltigkeit für Mensch,Tier und Umwelt…

Und immer wieder auch die Teilnahme an einem Seminar, dass ich mir selbst gönne. Ende Oktober und Anfang November werde ich wieder auf Seminaren in eigener Sache unterwegs sein. Ich freue mich riesig. Allein die Vorfreude nährt mich bereits. Ich lerne gerne und freue mich auf heilige Abenteuer.

Vielleicht spürst auch du gerade einen Ruf in dir, zu einem heiligen Abenteuer, einem Seminar bei mir. Dann sei herzlich willkommen. Gerne begleite ich dich ein (weiteres) Stück deines Weges.

Alles Liebe
SAbine

Die Macht der Gewohnheit

Wir haben sie alle, zahlreich – Gewohnheiten. Manche davon sind durchaus sinnvoll und helfen uns, entspannter in unserem Alltag zu funktionieren. Andere behindern uns in unserer Lebendigkeit, verhindern Kontakt und trennen uns von unserem Potential.

Viele unserer Gewohnheiten sind in einer Zeit entstanden, die mit den heutigen Umständen und Möglichkeiten unseres Lebens als Erwachsene nicht mehr viel gemein hat. Und doch – aus Gewohnheit – nutzen wir sie. Oft hinterfragen wir sie nicht. Sind sie uns doch längst in Fleisch und Blut übergegangen. Normal geworden. Manche über viele Generationen hinweg.

Das ist….!!

Im Possiblity Management gibt es hierfür den Begriff „IST- Kleber“. Überall wo wir Begebenheiten und Handlungsweisen mit unserem „Das-IST-so-Kleber“ versehen, begrenzen wir uns und andere. Die Macht der Gewohnheit wirkt.

Seit ein paar Tagen zurück von dem Seminar FRAUENTANKE XL bin ich voller Dankbarkeit für das, was möglich werden kann. Möglich, wenn wir uns Auszeiten gönnen, in denen wir uns aus dem Gewohnten ins Ungewohnte begeben. Wenn wir es wagen, uns zu zeigen, auch mit den Anteilen in uns, die verletzt und verwundet sind. Und damit gesehen, gehört werden und Liebe erfahren.

Über die Erfahrung, sicher, willkommen und angenommen zu sein, können wir entspannen. Aus der Entspannung wird es uns möglich, Neues auszuprobieren und für uns ungewohnte Impulse aufzugreifen – gewohntes Terrain zu verlassen. Dieses Verlassen des Gewohnten läßt uns in Kontakt kommen mit unseren ungenutzen Potentialen.

Auch in der psychosomatischen Klinik, in der ich tätig bin, wird das im Kontakt mit den Patienten deutlich. Die Notwendigkeit und Chance eines Ausstiegs aus dem Alltäglichen schafft Möglichkeiten, Gewohnheiten offen zu hinterfragen und gegebenenfalls auszusteigen, um sich zu ent-wickeln.

Es gibt viele Gewohnheiten, z.B:

  • wenn wir analysieren um Gefühle zu vermeiden,
  • wie wir auf uns schauen,
  • wie wir mit uns umgehen und reden,
  • wie wir von uns sprechen,
  • wie wir auf die Welt schauen,
  • wie wir uns selbst und andere bewerten,
  • wie wir uns in und mit der Natur bewegen,
  • zu kämpfen,
  • zu resignieren,
  • in den Widerstand zu gehen,
  • uns zu betäuben, (spannendes Thema)
  • zu leiden – anstatt Mitgefühl zu wagen
  • wie und was wir essen,
  • auf was wir meinen nicht verzichten zu können,
  • was wir kultivieren,
  • in welchem Rhythmus wir durchs Leben gehen,
  • wo wir uns Verbündete suchen, um uns nicht entwickeln zu müssen.

Und, und, und…

Glaubenssätze, die Wirkung zeigen

Worte haben Kraft. Aussagen wie
„Ich bin eben so…“, „Das war ich noch nie…“, „Das mochte ich noch nie…“, „Ich kann das nicht…“, „Ich werde nie…“ usw.

Ist das wirklich wahr?

Diese Frage vielfach, genutzt von Byron Katie (The Work) hat Kraft. Was willst du (dir) glauben? Wofür willst du gehen?

All die oben genannten Aussagen wirken selbstbegrenzend und dienen unseren destruktiven Gewohnheiten. Wir nutzen solche Glaubenssätze unbewusst aus Angst, uns zu verändern. Oder aus Bequemlichkeit, und/oder weil wir schlichtweg an der einen oder anderen Stelle einen blinden Fleck haben, wo es hilfreich wäre, genauer hinzusehen.

Nichts ist so beständig wie Veränderung.

Wenn wir uns ein selbstwirksames Leben in Kontakt und Leidenschaft wünschen, braucht es unseren Mut zur Veränderung. Den Mut, vertrautes Terrain zu verlassen und scheinbar Unmögliches möglich werden zu lassen.

Und es braucht Menschen. Soziale Kontakte mit Menschen, die bereit sind, uns Rückmeldungen zu geben. Menschen, die an unser Potential glauben. Und die sich von unseren destruktiven Gewohnheiten weder abschrecken noch blenden lassen.

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Gerne begleite ich dich dazu ein (weiteres) Stück zu einem Leben in Kontakt und Leidenschaft.

Die Tanke

Eine begleitete Auszeit.

Körperbetont @ tiefenwirksam @ nachhaltig.
Für Frauen, Männer und Paare.

Den Alltag für ein paar Tage hinter dir lassen, zur Ruhe kommen, deine Mitte wiederfinden – auftanken.

Seit vielen Jahren schon begleite ich einmal im Jahr eine solche Auszeit für Frauen: die Frauentanke XL. Inspiriert von diesen Erfahrungen und einem neuen, wundervollen Platz am Rande des Schwarzwalds, möchte ich zusätzlich eine Woche für alle Menschen anbieten, die sich eingeladen fühlen, sich in kraftvoller Natur, mit kraftvoller Unterstützung der Gruppe, von mir durch eine kraftvolle und nährende Zeit begleiten zu lassen.

Der Weg zu deinem inneren Wissen geht über deinen Körper!
Schritt für Schritt, Atemzug für Atemzug kommst du mehr in deinem Körper an. Dort, in dir, ist deine Quelle. Dort wird möglich dem zu begegnen, was gerade wirklich wichtig ist für dich.

In der Tanke wird es Raum geben für die Lebendigkeit in deiner Wildheit, deiner Zartheit, deinem Lachen, deiner Erschöpfung, deiner Leichtigkeit, deiner Tiefe…

Gemeinschaft und eigene Zeit:
Zeiten für dich allein, Zeiten in Gemeinschaft, am Wasser, am Feuer, in Wald und Flur. Es gibt täglich Sharingrunden. Du wirst gesehen und gehört. Von dir selbst und von dem Kreis der anwesenden Frauen und Männer. Du begegnest anderen, die sich zeigen. Die spürbar werden – in ihrer Zeit.

Wir tauschen uns aus. Sind kreativ. Lassen uns inspirieren. Tanzen. Schaffen im Miteinander einen sicheren Rahmen, so dass jede/r in ihrer/seiner Zeit entspannen kann.

Wir nähren uns, werden still. Beginnen zu lauschen. Erinnern unser Staunen. Erinnern unsere Kraft und unsere Weisheit im eigenen Sein. Tauchen ein in Natürlichkeit und verbinden uns mit der Natur um uns herum. Feiern unser Sein. Leben Ausgelassenheit und entdecken die Lebendigkeit in der Stille. 

Zum Ort:
Wir sind willkommen, an einem wundervollen Platz auf einer Hochebene am südöstlichen Rand des Schwarzwaldes. Inmitten von Wäldern erwartet uns der Lindenhof. In absoluter Alleinlage, mit lauschigen Plätzen, weitläufigen Wiesen, Schatten spendenden Obstbäumen, Feuerstelle und Schwimmteich werden wir von unseren Gastgebern mit köstlichem, pflanzenbasiertem, ayurvedischem Essen verwöhnt.

Als erfahrene Seminarleiterin mit einem großen Faible für die Intelligenz des Körpers begleite ich dich durch deine persönliche Auszeit.

Eine Zeit im Hier und Jetzt – für dich – um dem Menschen näherzukommen, der du wirklich bist.

Wenn du eine weitere Person für die Teilnahme an der Tanke 2021 gewinnst, bedanke ich mich bei dir mit einem Werbebonus von 30 Euro für dieses Seminar. (Der Werbebonus ist nicht auf andere Seminare übertragbar)

Liebesdinge

Dieses neue Sommer-Seminar bietet einen vielfältigen, achtsamen Erfahrungsraum für Lebens- und LiebesforscherInnen. 

Wir haben vieles gelernt in unseren Ausbildungen. Vieles auch nicht z. B.:

  • Das zu Lieben ein menschliches Grundbedürfnis ist.
  • Das es Intelligenz und pure Freude im eigenen Körper zu entdecken gibt.
  • Wie wir inneren Druck reduzieren und das unser Herz mit unseren unterschiedlichsten Gefühlen entspannen kann.
  • Wie ein achtsamer Umgang mit sich selbst und anderen aussehen könnte.
  • Wo Hingabe entsteht und wie es sich anfühlt in unserer vielfältigen Lebendigkeit willkommen zu sein.
  • Was es (für dich) braucht, damit Kontakt entstehen kann? Und wie du dich dabei unterstützen kannst.
  • Was Intimität ist. Wie Intimität möglich wird, und das Intimität weder Nacktheit noch Sex bedeuten muss.
  • Wieviel kostbares Potential in unseren Händen und deren Berührung liegt. (Ohne eine Massagetechnik zu verwenden).

LIEBESDINGE

@ ein Begegnungsraum @ eine Liebesschule @

@ für Authentizität @ Menschlichkeit @ Eros und Kreativität.@

@ für dein Leben in Kontakt und Leidenschaft @

Dieses Seminar ist für AnfängerInnen wie für Fortgeschrittene gleichermaßen geeignet.

Einen Text zu dem Thema findest du hier: Berührbare Grenzen

 

Fallstricke auf dem Weg zu mehr Menschlichkeit

Fallstrick Nummer 1:
*Dieses Gefühl will ich nicht!*

Fallstrick Nummer 2:
*Ich meditiere jeden Tag. Mein Fokus ist meinen Geist zu schulen. Gefühle hindern mich an meinem spirtuellen Weg.*
Eine meditative Praxis die Gefühle abspaltet/trennt/negiert, hat nichts mit Spiritualität zu tun.

Fallstrick Nummer 3:
*Ich will Gefühlskompetenz und zwar sofort und steige mit den heißesten Themen ein.*
Es macht keinen Sinn, sich zu überfordern. Kompetenz und unser „Fühlkörper“ brauchen Zeit, um sich zu entwickeln. Setzt du dich zu sehr unter Druck, ist Frust vorprogrammiert. Möglicherweise erstarrst du, landest im Überlebensmodus und damit in deinen Schutzmustern, und gewonnen ist nichts. Letztendlich entsteht nur wieder Leid.
Sorge dafür, dass ein sanfter, zugewandter Anteil in dir achtsam ist mit dir und deinen inneren Antreiber im Blick hat.
Falls ein Gefühl für dich unerwartet sehr belastend ist, z. B. weil du es unterschätzt hast, wende dich von ihm ab und sorge für deine Stabilisierung. Halte dich z. B. mit deinen Händen – Brust/Bauch, oder Nacken und Herz. Diese Haltungen sprechen den *ventralen Vagus* an, der für Beruhigung und Ausgleich des autonomen Nervensystems zuständig ist. Wenig ist mehr!!!

Fallstrick Nummer 4:
*Ich will es wissen, und beiße mich an dem jeweiligen Gefühl fest.*
Wenn du dich festbeisst, setzt du dich und dein Nervensystem unter unnötigen Druck. Es genügt vollkommen, dass jeweilige Gefühl zu fühlen. Erkennen und benennen zu können sind schon große Schritte in Richtung Gefühlskompetenz. Und damit genug! Nimm‘ diesen „Geschmack“/den Eindruck, den du gewonnen hast von dem Gefühl in die warme Stube deines Herzens und gib ihm einen Platz…..Shift go. Wenig ist mehr!!!

Fallstrick Nummer 5:
*Ich bin das Gefühl.*
Das Gefühl hat dich am Haken. Du bist als ganzes Wesen damit identifiziert. Vereinnahmt.
Die Herausforderung ist, dein bewusstes Ich – oder nenne es deinen inneren Zeugen an deiner Seite zu haben und damit die Perspektive zu wechseln. Ein Übungsfeld.

Fallstrick Nummer 6:
*Ich möchte meine Gefühle kontrollieren und endlich einen Haken hinter bestimmte Gefühle in mir machen. Wenn ich ganz ehrlich bin, möchte ich in bestimmte Zustände gar nicht mehr kommen und sie loswerden. Sofort!*
Ein zutiefst menschliches Bedürnfnis, doch deine Lebendigkeit wird in deiner Abwehr/in deiner Blockade gebunden. Gefühlskompetenz kann sich nicht ent-wickeln. 

WICHTIG: Wenn es um Gefühlskompetenz geht, geht es darum, zu lernen, Gefühle überhaupt wahrzunehmen – zu fühlen. Immer unmittelbarer. Dazu gehört auch, sie benennen zu können. Es geht nicht darum Gefühle auszuagieren, sondern vielmehr darum, mit ihnen zu sein. Ein Gefäß in sich zu entwickeln, wo diese sein können. Die nächste Stufe wäre dann, auch sichtbar damit in Beziehung gehen zu können – ohne die Verantwortung dafür an das Gegenüber abzugeben. Denn deine Gefühle sind DEINE Gefühle.

Hohe Schule, ich weiß! Und ich bin davon überzeugt, dass es sich lohnt, in diese Kompetenz zu investieren. Die Teilnahme an ‚Der Tafel der Gefühle‘, und davon inspiriert dein beharrliches Forschen im Alltag könnten ein Weg dahin sein.

Interessant und hilfreich zu all dem ist die ‚Polyvagal Theorie‘ von Stephen W. Porges.

Die nächste, zu diesem Thema von mir entwickelte Übungspraxis im Format einer Online-Meditation ‚Die Tafel der Gefühle‘ biete ich am:
Donnerstag, 8. Oktober 2020 um 19:30 Uhr an.
Dauer: ca. 1,5 Std.
Kosten: 18 Euro (inkl. MwSt u. Zoom-Gebühr).
Anmeldung bitte per E-Mail an: info@sabine-schroeder-seminare.de.

 

Gefühlskompetenz und Lebendigkeit

Woher kommt nur diese unglaubliche Wut?

Diese Frage habe ich mir in den letzten Monaten immer öfter gestellt. Mein innerer Kampf wurde immer unerträglicher. Der Versuch, zu unterdrücken, was mir meine Seele an Hinweisen schickte, funktionierte immer weniger. Die Folge: Wut, Ärger, innerer Kampf, Frust und Unzufriedenheit.

Irgendwann konnte ich nicht mehr wegschauen, es wurde klar: Hier läuft etwas grundsätzlich schief.

Gefühle..…

Auch wenn dieser Anfang von meinem Newsletter nicht so klingen mag, ich erlebe gerade eine zutiefst inspirierende Zeit. Das vorherrschende Thema heißt „Gefühle“, auf das ich heute einmal mehr Bezug nehmen möchte.

Vermutlich kennst auch du die Momente, in denen du gefühlsmäßig überfordert bist und auf gewohnte Schutzmechanismen zurückgreifst. Momente, wo du dich rettest, über Schutz- und Abwehrmechanismen wie Flucht, Angriff oder Erstarren.

Mir sind alle drei Mechanismen bekannt. Wobei Starre, Luft anhalten, und der gleichzeitig damit beginnende innere Dialog in Form von analysieren, projezieren, bewerten und rechtfertigen, um irgendwie die Kontrolle über meine Gefühle zu bekommen, meine vertrauteste Reaktion ist.

Überwältigt von zuviel (?) Gefühl

Wenn ich an meine Kindheit denke, war da viel Überforderung im Umgang mit meiner Gefühlsvielfalt. Ich erinnere mich an Aussagen wie: Sei nicht so empfindlich. Was du schon wieder hast? Du bist so kompliziert. Immer bist du gleich beleidigt. Stell dich nicht so an…

Aus all diesen Aussagen verinnerlichte ich Glaubenssätze wie: Meine Gefühle sind falsch. Da ist etwas ganz grundsätzlich nicht richtig an mir. Ich muss anderes fühlen. Ich muss anders sein. Gefühle sind eine Schwäche von mir. Meine Gefühle überfordern mich und andere.

Die Folge: Ich habe mich mir selbst entfremdet, gelernt, Vieles zu unterdrücken und nicht gelernt, wie ich mit meinen Gefühlen sein kann. Da war niemand, der mir helfen konnte, ein Gefäß zu entwickeln, um meine Gefühlsvielfalt als einen Schatz zu erleben.

Das Kollektiv und unser Erbe

Denn all die Erwachsenen um mich herum hatten selbst keinen Zugang zu ihren Gefühlen, oder wenn, dann waren sie selbst davon überwältigt. Sie gehörten zur Kriegskindergeneration, einer Generation, die früh lernen musste zu funktionieren um zu überleben, viel zu arbeiten – auch um nicht fühlen zu müssen.

So konnten sie mir nicht vermitteln, mit Gefühlen zu sein und verantwortlich damit umzugehen. Was sie mich lehrten und sich in mir stattdessen ausbilden konnte, war meine Ratio. Ich lernte, alles über den Kopf zu erklären, zu analysieren, spaltete meine Gefühle ab und konnte vieles verstehen – nur nicht mich selbst.

Die Tafel der Gefühle

Vor ein paar Wochen kam eine Meditation zu mir. Sie bekam von mir den Namen Die Tafel der Gefühle. Es war ein heiliger Moment. Es ist, als ob sich etwas in mir zu drehen beginnt. Mir wurde gewahr, ich bin jetzt soweit, meine Gefühle fühlend kennenzulernen und anzunehmen. Der Weg führt mich weg vom kognitiven Verstehen meiner Gefühle, direkt hinein in mein Herz.

Die Herausforderung, Gefühle jenseits von Geschichten und Auslösern fühlen zu lernen

Aufnehmen statt ablehnen oder manipulieren/verändern. Vertraut werden, weicher werden, flüssiger. Den Herzraum hierfür öffnen und wachsen lassen. Sanftes trainieren des Fühlens. Üben und lernen, mit puren Gefühlen zu sein. Auf Herzebene ein „hallo du“, zu jedem einzelnen Gefühl, dass sich zeigt. Das Gefühl benennen lernen. Raus aus dem Leid, das die Gewohnheit, Geschichten an die Gefühle zu hängen, auslöst.

Es ist nicht immer möglich, Schmerz zu vermeiden. Schmerz ist Teil unseres Lebens. Doch Leid ist eine Entscheidung. Sich gegen das Leiden und für das Fühlen zu entscheiden – ohne Anhaftung an Geschichten, ist lernbar.

Gefühle sind wertvolle Hinweise aus unserem Innersten. Sie helfen uns u. a. eigene Bedürfnisse und unsere Grenzen wahrzunehmen und uns über den Kontakt mit uns selbst im Außen zu positionieren.

Mal laut, mal leise, mal angenehm, mal unangenehm, mal fremd, mal überwältigend, mal schmerzhaft, mal getrennt, dann wieder verbunden, erschütternd, ohnmächtig, machtvoll… Wie ein bunter Blumenstrauß entfaltet sich langsam die Fülle der zutiefst eigenen menschlichen Vielfalt. Wichtig dabei ist, dass auch die schwierigen Gefühle zu unserem menschlichen Potential gehören. Um bei dem Bild des Blumenstraußes zu bleiben, vervollständigen sie die innere Farbpalette unseres Seins.

Gefühlskompetenz ist erlernbar

In der schamanischen Arbeit wird von Seelenanteilen gesprochen, die integriert werden wollen. Die Integration geht über den Weg des Herzens.

Sein. Atmen. Sanfter Mut. Das Herz lernt in die Fülle zu entspannen. Das Nervensystem lernt mit, wird vertraut mit der frei werdenden Lebendigkeit.

Ich lade dich ein auf einen Weg zu mehr Gefühlskompetenz:

Die Tafel der Gefühle – eine geführte Online-Meditation

Der nächste Termin hierzu ist am Di. 26. Mai 2020 um 19:30 Uhr. Das erste Angebot dazu gab es bereits am vergangenen Donnerstag, und in mir ist Lust auf mehr. Es braucht sanfte Übungsräume. Daher werde ich dieses Angebot weiter ausbauen.

Außerdem werde ich das Seminar: Unverschämt lebendig vom 9.-12. Juli 2020 inhaltlich zu diesem Kontext weiterentwickeln. Der Fokus wird auf Gefühlskompetenz und Lebendigkeit liegen. Die Sicherheitsabstände werden in diesem Seminar gewährleistet sein. Anmeldungen sind ab sofort möglich.

Gerne begleite ich dich ein (weiteres) Stück deines Weges.

Aspekte im Sein

Hallo Du!

In welchen Gefilden bist du derzeit unterwegs? Was erlebst du?
Kannst du die Möglichkeiten der Veränderung und des Reifens für dich zulassen?

Für mich hat diese Zeit eine Menge (zugegebenermaßen herausforderndes) Potential.

Da gibt es Momente, wo etwas in mir still werden mag. Rückzug. Nichts tun. Sein. Aufenthalte in der Natur, tiefes Schlafen, viele viele Nickerchen. Essen zubereiten und aufnehmen, verdauen. Lesen, Musik hören, mich pflegen – Seelenzeit. Dann hänge ich in meiner Affenschaukel auf dem Balkon ab, schaue Löcher in die Luft, lausche dem Zwitschern der Vögel, dem Wind in den Bäumen…

In den Tagen in der Klinik erlebe ich mich von einer anderen Seite. Da entstehen tiefgreifende Prozesse mit den Klienten, die mich ganz anders in den Moment eintauchen lassen. Sogar mit Maske, die sowohl die Klienten, als auch die Therapeuten seit letzter Woche ganztägig zu tragen haben, waren erstaunliche, berührende und heilsame Momente im miteinander möglich. Niemals hätte ich das für möglich gehalten. Und es ist! Ich fühle mich verbunden, dankbar und präsent über Kontakt.

Zurück aus dem nie wirklich alltäglichen Klinikalltag, zuhause angekommen, folgt wieder der Wunsch nach Stille. Verdauen. Integrieren. Für mich nichts wirklich Neues, und doch, es ist etwas anders. Es gibt sie gerade nicht, die vielen Termine außerhalb. Seminare und Schossraumzeiten sind abgesagt, oder verschoben. Ich gewinne Zeit und ahne – bei aller Herausforderung, dass diese Zeit kostbar und wichtig ist. Ein kollektiver Paradigmenwechsel?

Die folgenden Zeilen habe ich auf FB entdeckt:

Wenn ein Ei von außen zerbrochen wird, endet Leben.
Wird es aber von einer inneren Kraft gebrochen, beginnt Leben.
Große Dinge beginnen immer von innen.
gesehen bei Elfriede Haassehrenfeld

Es ist immer wieder pure Magie, irgendwann kommt ein Impuls von Innen, ich bin soweit, in Aktion zu treten. Die Schöpferin in mir ist bereit für den nächsten Schritt. Raus aus der scheinbaren Starre und Stagnation, die vermutlich gar keine war, rein in mein schöpferisches Sein. Plötzlich ist es an der Zeit, ins Handeln zu kommen, die Fäden neu aufzunehmen. Energie steht mir von einem auf dem anderen Moment zur Verfügung um aktiv zu werden. Nicht aus Angst vor, sondern als: Lust auf.
Was ist wirklich wichtig für mich? Jetzt! Was ist dran, es loszulassen? Was möchte jetzt geordnet werden?

Wiedereinmal gibt es keine Abkürzung. Ich meine, es braucht die Zeit des Still-werdens, die Zeit der Zuwendung. Es braucht die Zeiten, in denen wir unsere inneren Knoten wahrnehmen und eine bewusste Entscheidung treffen können, diese zu lösen. Knoten lösen heißt, sich behutsam zu öffnen, anstatt weiter eng zu werden. Knoten für Knoten. Für die Verbindung – den roten Faden zur Quelle wieder aufnehmend. Der Quelle in dir.

Bisweilen können Zweifel und ein Mangel an Vertrauen zu heftigen inneren Auseinandersetzungen führen. Wie gehst du in solchen Phasen mit dir um? Was hilft dir? Wie kannst du dich auf zugewandte Art herausfordern? Den nächsten Schritt tun? Den ersten Schritt?

Zur Erinnerung für dich:
Der Beginn ist immer dein Atem. Dein bewusstes Atmen ist deine Erlaubnis, deine Öffnung zu dem, was gerade ist. Dein JA zum Moment. Deine Bereitschaft, dich auf den Moment einzulassen und ihn kennenzulernen. Dieser Moment ist wie jeder andere einzigartig und es könnte Vieles zu entdecken sein. Jenseits deiner Gewohnheiten. Jenseits deiner Glaubenssätze.

So mag ich dich ermutigen, diese Zeit zu nutzen, um bewusst mit Momenten zu sein. Zu fühlen. Die auslösende Geschichte/den auslösenden Gedanken loszulassen und dich ganz dem Gefühl im Moment zu widmen.

Zu diesem Thema ist eine wundervolle Meditation zu mir gekommen. Ich habe ihr den Namen Die Tafel der Gefühle gegeben.

Mein aktuelles Angebot für dich:

Diese Meditation werde ich per Zoom am Do. 14. Mai um 19:30 Uhr anbieten. Dauer: ca. 1 Stunde. Wenn du dabei sein möchtest, so melde dich bitte per E-Mail bei mir an. Ich schicke dir dann gerne den Link und Informationen zu Zoom.
Unkostenbeitrag: 12 Euro.

Gerne begleite ich dich ein (weiteres) Stück deines Weges.

Isolation in Zeiten der Veränderung

Grandma, wie schaffe ich diese Zeit der Isolation?

Meine Tochter, Isolation ist eine besondere, geheimnisvolle und heilige Zeit. Es ist eine Phase des Wartens und der Vorbereitung auf ein neues Leben. Es ist die Phase, die eine große Veränderung hervorbringt.

Und wie bereitet man sich auf diese Veränderung vor?

Mit einfachen, echten und liebevollen Taten. Kämme jeden Morgen dein langes Haar mit Hingabe und löse alle Knoten, auch die versteckten, die du immer vernachlässigt hast. Es ist an der Zeit, alle Knoten mit dem Kamm anzugehen. Dann widme dich auch der Entwirrung der Strähnen deiner Lieben. Mit Geduld wirst du versuchen, das Ende der Strähne zu finden, den genauen Anfangspunkt des Themas. Schon mit diesen einfachen aber kraftvollen Handlungen wirst du außen und in dir Ordnung schaffen. Mit dem Lösen deiner körperliche Knoten beginnst du, auch deine inneren Knoten zu erreichen

Und nachdem ich die Knoten gelöst habe, was kann ich tun, Grandma?

Entferne alles an dir, was nicht mehr schöpferisch ist. In diesen Tagen, meine Tochter, sortiere Kleidung aus, die du lange nicht mehr getragen hast oder die du nicht mehr nutzen willst, öffne die Fenster deines Hauses weit, um die abgestandene Luft raus zu lassen, entwickle neue Gedanken indem du die alten aufgibst, widme dich der Erschaffung neuer Gewohnheiten, neuer Bräuche und neuer Traditionen.

Grandma, ich fürchte, dass sich nach dieser Isolation nichts ändern wird. Der Mensch vergisst schnell…

Wie andere auf diese Zeit der Isolation reagieren werden, geht dich nichts an. Bemühe dich um Veränderung und verpflichte dich, nicht zu vergessen. Sorge dafür, dass dieser Sturm dich so sehr erschüttert, dass er dein Leben komplett revolutioniert.

(engl. Text von Elena Bernabé, indigene Völkerkultur). Danke Elena!