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Blog für Inspirationen

Berührung und Traumaheilung

In der psychosomatischen Klinik Bad Grönenbach, wo ich seit einigen Jahren als Körpertherapeutin/Physiotherapeutin mitarbeite, erlebe ich täglich, wie hilfreich und unterstützend meine von mir entwickelte Form der Berührung für Menschen sein kann.

Ein Text dazu von Dami Charf:

Berührungen sind essentiell wichtig für uns. In der Psychologie nennt man das Co-Regulation.

Schauen wir uns kleine Kinder an, die traurig sind oder Schmerzen haben, dann können wir sehen, mit welcher Selbstverständlichkeit sie sich Trost über Körperkontakt holen.

Ist das aber irgendwann in unserem Leben mal mit Gefahr verbunden gewesen oder wir hatten das Gefühl, dass wir nicht gemeint oder der Kontakt für das Gegenüber unangenehm war, dann speichert sich diese Erfahrung als tiefe Überzeugung in uns ab. Das kann dazu führen, dass wir auf der einen Seite eine Sehnsucht fühlen und gleichzeitig eine starke Abwehr gegen Berührungen haben.

Dieser innere Konflikt lässt sich nur langsam auflösen. Dazu brauchen wir den Mut, wieder zu vertrauen und uns auch auf diese Art von Begegnung einzulassen, um neue Erfahrungen zu machen.

Das geht nur in kleinen und behutsamen Schritten und wir müssen uns Zeit nehmen, auch kleine Berührungen wirklich im Körper zu spüren.

Dami Charf, Heilpraktikerin und Traumtherapeutin

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Die von mir entwickelte FRAUENMASSAGE-AUSBILDUNG * SOUL TOUCH basiert auf traumasensiblen Grundlagen. Dabei geht es weniger darum eine Massage-Technik zu erlernen, als darum Berührung so dosieren zu lernen, dass sich die Seele der berührten Frau gemeint fühlt.

Über diesen tiefen, achtsamen Kontakt können neue, heilsame Verknüpfungen entstehen. Und die berührte Frau kann (vielleicht das erste Mal in ihrem Leben) erfahren, wie es sich anfühlt im eigenen Körper zuhause und willkommen zu sein.

Die nächste Ausbildung startet am 2. März 2023.

Infos und zur Anmeldung: Hier

Wie im Innen so im Außen

Hallo Du!

Es ist schon ein paar Jahre her, dass ich einen Aufkleber geschenkt bekommen habe auf dem folgendes steht:

„If what you seek you find not within – you will never find it without.“
(„Wenn du im Innen nicht findest, was du suchst – wirst du es niemals im Außen finden.“)

Seither begleitet mich diese Aussage und sie ist für mich aktueller denn je.

Wo suche ich Frieden?

Wie vermutlich viele bin auch ich in den letzten Wochen mit dem Thema Krieg befasst. Betroffen davon, zu was wir Menschen fähig sind habe ich in meiner Not meine Aufmerksamkeit nach Innen gerichtet. Dabei wurde mir bewusst, wie oft ich Krieg in mir selbst führe. Wieviel innerer Krieg mich durch mein bisheriges Leben begleitet hat und dass es an der Zeit ist mich auf den Weg zu machen, innere Kriege zu beenden und mir selbst mit weniger Feindseligkeit zu begegnen.

Passend dazu hat mich Vivian Dittmar zu einer inneren Arbeit inspiriert, die ich in den letzten Monaten intensiv praktiziere. Ich bin mir selbst deutlich zugewandter und dadurch ruhiger in mir. Es ist eine tagtägliche Praxis: raus aus der Identifizierung mit schmerzhaften Gefühlen bei gleichzeitiger Bereitschaft mir Zeit zu nehmen, um innezuhalten und zu fühlen und mich von dem was schmerzt berühren zu lassen.

Der Weg, für den ich mich entschieden habe, geht vom Mitleiden und dem Wunsch nach einer:m Retter:in, hinein in mein Mitgefühl. Dadurch merke ich, dass sich etwas tief in mir entspannt. Ich werde weicher, es wird spürbar friedlich in mir und ich staune jedes Mal. Für mich sind das Wunder und ich gewinne an Zuversicht. Was mir auffällt und mich freut ist, dass spürbar Energie frei wird, die ich plötzlich für mein Leben und für das, was für mich von Bedeutung ist und mir am Herzen liegt zur Verfügung habe.

Kann ich dann mit all diesen Erfahrungen im Gepäck meiner Berufung folgen und Menschen begleiten – wie zuletzt beim 5. Modul des Frauenjahrestrainings, wird deutlich, dass diese tiefe Arbeit mein Beitrag für Frieden, Verbundenheit und Heilsames unter uns Menschen, für alle Wesen und für diesen Planeten ist. Das ist mir eine Herzensangelegenheit.

Ich bin davon überzeugt, dass jede:r von uns einzigartige Schätze in sich trägt, die einem nachhaltigen Frieden und Miteinander im Außen zuträglich und sogar wichtig sind. Jede:r!
Und ich bin davon überzeugt, dass diese Schätze über innere Arbeit geborgen werden können und es sich lohnt hierfür Zeit und Geld zu investieren.

In diesem Sinne freue mich auf das nächste Seminar, dass ich ab dem 12. April für eine Woche als Teilnehmerin erleben werde, und über jeden einzelnen Menschen, der sich von meinen Schätzen gerufen fühlt.

Gerne begleite ich dich ein (weiteres) Stück deines Weges.

Foto zu LIEBESDINGE: Graue Betonplatten von oben gesehen. Das Wort 'Liebe' steht in Gelb darauf gesprüht. Die Fotografin steht vor dem Wort und fotografiert ihre Füße, die in Turnschuhen vor dem Wort stehen.

LIEBESDINGE

Hallo Du!

Foto zu LIEBESDINGE: Graue Betonplatten von oben gesehen. Das Wort 'Liebe' steht in Gelb darauf gesprüht. Die Fotografin steht vor dem Wort und fotografiert ihre Füße, die in Turnschuhen vor dem Wort stehen.

Dieser Blogbeitrag ist einem neuen Projekt und lang gehegten Wunsch gewidmet:

NEU: LIEBESDINGE – ein Jahrestraining für Menschen, das Heiner Pithan und ich gemeinsam ab März 2023 anbieten.

Einen Vorgeschmack bieten wir vom 30. Juni bis 3. Juli 2022 im Sonnentor Seminarhaus/Allgäu an. Informationen zu diesem Seminar und zu den Terminen des Jahrestrainings findest du hier.

LIEBESDINGE wird eine praxisorientierte Fortbildung zu Themen wie:

  • Zu lieben ist ein menschliches Grundbedürfnis.
  • Wieviel kostbares Potential liegt in unseren Händen und deren Berührung. (Ohne eine Massagetechnik zu verwenden).
  • Intelligenz und pure Freude im eigenen Körper.
  • Wie können wir inneren Druck reduzieren und wie kann unser Herz mit unseren unterschiedlichsten Gefühlen entspannen?
  • Wie könnte ein achtsamer Umgang mit sich selbst und anderen aussehen?
  • Wie fühlt es sich an, sich hinzugeben und in der Vielfalt der eigenen Lebendigkeit willkommen zu sein?
  • Was braucht es, damit Kontakt entstehen kann? Und wie kannst du dich dabei unterstützen?
  • Was ist Intimität? Wie Intimität möglich wird und dass sie weder Nacktheit noch Sex bedeuten muss.

LIEBESDINGE:
» ein Begegnungsraum » eine Liebesschule
» für Authentizität » Menschlichkeit » Eros und Kreativität
» für dein Leben in Kontakt und Leidenschaft

Gerne begleite ich dich ein (weiteres) Stück deines Weges.

Herzliche Grüße
SAbine

Das Foto stammt von Verena Hehn auf Unsplash

Sekundärgefühle und Emotionen

Hallo Du!

Wie auch im vergangenen Jahr bewegt mich weiterhin auf vielschichtige Art und Weise das Thema Emotionen und Gefühle.

Neulich in einer der Fallbesprechungen in der Psychosomatischen Klinik, wo ich seit über vier Jahren als Körpertherapeutin mitarbeite, fiel in einer Besprechung der Begriff: „Sekundärgefühl“. Es ging um die Wut eines Klienten, hinter der sich wohl etwas anderes verbirgt.

Ich habe in dieser sekundären Wut etwas von mir wiedererkannt und daraus ist der Impuls entstanden, dies in einem Newsletter mit dir zu teilen.

Vor kurzem erst war die Frage in mir aufgetaucht: „Was ist eigentlich hinter meiner Wut?“ Was wäre, wenn die Wut die ich zur Zeit so oft in mir wahrnehme, gar nicht das ist, worum es eigentlich geht? Könnte es sein, dass ich durch meine Wut den Kontakt mit etwas verhindern will, dass mich in der Tiefe zu sehr schmerzen und mich überwältigen könnte?

Sekundärgefühle

Sekundärgefühle sind Ersatzgefühle. Sie sind sozusagen vor das eigentliche Gefühl geschoben, um das jeweilige Primärgefühl nicht spüren zu müssen und zu verbergen. Insofern dienen sie zur Manipulation und Ablenkung. Da jedoch das Primärgefühl im Sekundärgefühl enthalten ist, ist das Sekundärgefühl immer zusammengesetzt bzw. ein Gemisch aus beidem.

Bei den einen liegt die Trauer als sekundäres Gefühl vor ihrer Wut, bei anderen die Wut vor der Trauer. Oder die Angst als sekundäres Gefühl vor der Wut. Oder die Wut vor der Angst. Es gibt viele Varianten und immer geht es um etwas, wovor wir Angst haben – Angst vor Überforderung, Angst vor Schmerz der uns überwältigen könnte, den zu fühlen wir vermeiden wollen.

Erkennst du hierin etwas von dir?

Viele von uns nutzen in bestimmten Situationen unbewusst sekundäre Gefühle. Das, worum es eigentlich geht, bleibt unerkannt und unerlöst, da es weiterhin verdrängt bleibt und somit unterbewusst weiter vor sich hin köchelt.

Vivian Dittmar schreibt dazu: „Starke Gefühle die schwierige Situationen hervorrufen, landen oftmals in unserem emotionalen Rucksack. Verdrängt und gehalten über unseren emotionalen Schließmuskel.“

Das funktioniert oftmals eine Weile ganz gut. Jedoch nur, bis wir einem entsprechend starkem Auslöser begegnen, um dann unverhältnismäßig heftig zu platzen („Ich wollte das nicht! Ich weiß nicht, was mit mir geschehen ist…“).
Das Problem dabei ist: Über das unkontrollierte Ausagieren eines Gefühls – in meinem Beispiel Wut – verhindern wir, das zu bekommen, was wir eigentlich bräuchten: Kontakt über Verständnis und Zuwendung. Wir stoßen Menschen über die Wucht des emotionalen Ausbruchs von uns weg, obgleich wir uns eigentlich danach sehnen, verstanden zu werden und Mitgefühl zu erfahren. Der tiefe Wunsch ist, mit unserem Schmerz gesehen zu werden, willkommen zu sein, und vielleicht in Liebe gehalten und umarmt zu werden, um Altes betrauern zu können. Wenn wir dazu jedoch in der Vergangenheit keine guten Erfahrungen gemacht haben, fühlt sich genau das (zu) riskant und (zu) gefährlich an.

Wutenergie, die als abwehrender Angriff eingesetzt wird, sorgt für Trennung und verhindert das über Kontakt neue, heilsame Erfahrungen gemacht werden können. Die Menschen ziehen sich von uns zurück, schützen sich, gehen auf Abstand. Wir haben Vertrautes reinszeniert: wieder einmal ist niemand da. Wieder einmal hat sich ein Lebensgefühl bestätigt, das vielleicht schon in früher Kindheit entstanden ist: überwältigt und allein zu sein. Der emotionale Rucksack (Vivian Dittmar: Der emotionale Rucksack) hat ein Paket dazu bekommen.

Was gibt es zu lernen? Was und wie kann Heilsames geschehen?

Früher oder später geht es darum, sich der eigenen Verwundung und Verwundbarkeit Schicht um Schicht, Päckchen für Päckchen, mitfühlend zu stellen. Und zu lernen, mit diesen Emotionen (Altlasten) verantwortlich umzugehen. Du und ich – wir alle, haben unsere Verwundungen. Und wir treffen zielsicher auf genau jene Menschen, die uns daran erinnern, dass es da Heilzeit in und mit uns braucht. Vivian Dittmar drückt es so aus: „Wir haben unbewusst ein permanentes Casting laufen, um Menschen und Situationen zu identifizieren, die uns genau dabei unterstützen können, an unsere Ladungen zu kommen.“

Mitgefühl für sich selbst zu entwickeln braucht Mut und Bewusstheit um aus Sekundärgefühlen und Projektionen auszusteigen und innerlich dorthin zu gehen, wo es schmerzt. Die erlebten Ent-täuschungen fühlbar werden zu lassen (Mitgefühl), ohne dabei in der Rolle von Opfer (Selbstmitleid) oder TäterIn (Projektion auf mein Gegenüber) zu landen.

Die Verantwortung für die eigenen Gefühle zu übernehmen kann durchaus beinhalten, dass wir genau in dieser Verantwortlichkeit auch Hilfe brauchen – Hilfe im Sinne von: „Ich sehe dich, ich höre dich, ich fühle mit dir.“ Das bedeutet jedoch auch zu lernen, den emotionalen Schließmuskel (siehe Vivian Dittmar: Der emotionale Rucksack) adäquat zu steuern. Und das beinhaltet nicht nur die Fähigkeit den emotionalen Schließmuskel (Herz und Körper) zu schließen, sondern auch zu öffnen. Es geht um die innere Erlaubnis und Bereitschaft Emotionen zu fühlen.
 
Für (d)ein Leben in Kontakt und Leidenschaft.

Gerne begleite ich dich dabei ein (weiteres) Stück deines Weges.

Alleinsein

Erlaube dir,
allein zu sein.
Allein mit deinem Herzschlag,
wie die Schleie am Grund des Sees
und der Siebenschläfer in seiner Höhle,
umschlossen von einer Welt,
die sich um das Wesentliche kümmert.

Allein mit deinen Gedanken,
die unausgesprochen in dir überwintern,
um eine Weile zu ruhen
und neue Kräfte zu sammeln,
bevor sie kommende Weiten bereisen.

Erlaube dir,
allein zu sein.
Allein mit allem Unfertigen
und Ungetrösteten,
das wie Gräser unter Raureif
empfindsam und zerbrechlich ist
und deiner Behutsamkeit bedarf.

Allein mit tiefer Stille,
die dich bewohnt,
dich durch die Jahreszeiten trägt
und dir die Schönheit aller Dinge
wie ein Geschenk in dein Alleinsein legt.

von Giannina Wedde aus dem Buch: In winterweißer Stille
(sehr empfehlenswert)

Kontakt und Körper-Ressourcen

Hallo Du!

Ich habe vor ein paar Tagen eine – im Sinne des Wortes, spannende Entdeckung gemacht. Meine hilfreiche Lehrerin, die dies ermöglicht hast war – wieder einmal – mein Körper.

Zunehmend plagt mich die aktuelle Situation. Wie vermutlich viele von uns komme ich in Kontakt mit Ohnmacht, die Angst in mir auslöst, Wut, Traurigkeit und Schmerz. Es gibt Phasen, in denen ich mich fühle, als würde kein Stein mehr auf dem anderen sitzen – und vermutlich ist es auch so.

In letzter Zeit fühlte ich mich zunehmend erschöpft. Meine Muskeln taten mir weh, der Kopf schmerzte, voll von verstörenden Gedanken. Ich versuchte mich auszuruhen, bekochte mich mit wertvoller Nahrung, bereitete mir Leber-Wickel, ging hinaus in die Natur und fühlte mich trotz alle dem gefangen und blockiert – getrennt von meiner Quelle.

Ein nährendes Telefongespräch mit einer von Herzen zugewandten Freundin konnte mich in meiner Befangenheit berühren. (Polyvagal Theorie – die regulierende Kraft sozialer Kontakte). Ich schlief tief in der folgenden Nacht und hatte am nächsten Morgen erstmalig wieder den Impuls mich meiner morgendlichen Körperpraxis zuzuwenden.

Und jetzt kommt das, was ich mit dir eigentlich teilen möchte:

Als ich mit meiner Körperpraxis begann, war ich so steif, wie schon lange nicht mehr. Ich konnte erkennen, wie mein Körper über die aktuelle Situation in einer Schutzreaktion – der Erstarrung (Polyvagal-Theorie) gelandet war. Und mir wurde bewusst, wie ich trotz dieser Erstarrung in den letzten Tagen (vermutlich auch schon Wochen) versuchte weiter zu funktionieren, was mir verständlicherweise viel Kraft gekostet hat.

In meiner Körperpraxis fing ich an mich sanft in einem sicheren Bewegungsraum hineinzufinden. Behutsam, freundlich und mir zugewandt. Ganz allmählich wich die Starre und mein Körper wurde wieder durchlässiger, die Bewegungen weicher und größer. UND – mein Allgemeinbefinden veränderte sich innerhalb kurzer Zeit so zum Positiven, dass mir voller Überraschung und Dankbarkeit Tränen der Erleichterung kamen.

All die Spaziergänge in der Natur, das Zulassen meiner Gefühle, die Versuche mich damit zu entspannen, die Gespräche, die kultivierten Ruhephasen, die warmen Duschen und Wickel konnten mir da alleine nicht raus helfen….

Aus dieser Erfahrung heraus möchte ich dich ermutigen, gerade in dieser Zeit, eine regelmäßige Körperpraxis zu pflegen.

Meine Idee dazu ist, einmal wöchentlich ein gemeinsames Treffen per Zoom anzubieten, um dir die Möglichkeit zu geben, mit Hilfe dieser Inspiration selbstständig unter der Woche weiter praktizieren zu können.

Neben der Inspiration zur Körperpraxis, hat die Erfahrung der Körperseelenzeit am Freitagabend erstaunlicherweise gezeigt, dass die Teilnehmenden trotz Zoom einen *gemeinsamen* Raum erleben und die Anwesenheit der anderen/die Gruppe als Ressource wahrnehmen und schätzen. Und das, obwohl jede*r in seine/ihre eigene Körperseelenzeit an einem anderen Ort eintaucht und oft hunderte Kilometer zwischen uns sind.

All dies hat mich dazu bewogen mein Online-Angebot – für manche auch unter dem geflügelten Begriff: „Sabine für Zuhause“ bekannt, ab sofort auf ein weiteres Angebot auszudehnen:

Sonntags um 9 Uhr – Die Körperseelenzeit „fit“.

Du bist herzlich eingeladen mit dabei zu sein.

Um dir rechtzeitig die Zugangsdaten zusenden zu können, bitte ich deine erstmalige Anmeldung am Vorabend bis 22 Uhr an mich geschickt zu haben. Bist du einmal in dem Körperseelenzeit-Verteiler für sonntags, erhältst du automatisch die Info zur nächsten Körperseelenzeit.

Ich werde mich (wie bereits zu Teilen in der Körperseelenzeit am Freitag Abend), unter anderem auf Grundlage der Polyvagal-Theorie für diese Körperseelenzeit vorbereiten.
Im Fokus dieser Körperseelenzeit „fit“ liegt dabei nicht nur der lösende, entspannende Aspekt, sondern auch stärkende Sequenzen, die Teil dieses Online-Angebots von mir sein werden.

Das Ziel hierbei ist, ausgleichend auf das autonome Nervensystem zu wirken:

  • Für Kraft, Stabilität und Zentrierung, verbunden mit Geschmeidigkeit – jenseits von Erstarrung.
  • Für ein beheimatet und verankert sein im eigenen Körper, über ein wohliges Körpererleben.
  • Für einen gemeinsamen, guten Start in den Sonntag. 

Solltest du mehr über den Hintergrund der Polyvagal-Theorie wissen wollen, empfehle ich das Buch von Stephen W. Porges: Die Polyvagal-Theorie und die Suche nach Sicherheit und Bindung von uns Menschen als soziale Wesen.

Mögen wir immer wieder hilfreiche Ressourcen erinnern, finden und daraus erwachsen, in Zeiten der Veränderung.

Gerne begleite ich dich ein (weiteres) Stück deines Weges.

Für (d)ein Leben in Kontakt und Leidenschaft.

Herzliche Grüße

SAbine

Bedürfnisse und Wutkraft

Hallo Du,

kennst du das? Du bemerkst einen Wunsch – ein Bedürfnis in dir, bringst ihn in Ausdruck und wenn dein Gegenüber gerade nicht dazu bereit ist dir diesen Wunsch zu erfüllen, bricht eine kleine Welt in dir zusammen und der innere Kampf beginnt…

Möglicherweise kommst du in Kontakt mit dem Gefühl: Scham. Vielleicht, weil du in der Vergangenheit erfahren hast, dass deine Bedürfnisse nicht okay sind? Vielleicht, weil du in einem Umfeld aufgewachsen bist, wo die Bedürfnisse deiner Bezugspersonen im Vordergrund standen und es keine freien Kapazitäten mehr gab für dich und deine Bedürfnisse? Und vielleicht hast du daraus den Schluss gezogen, dass deine Bedürfnisse nicht wichtig sind.

Vielleicht hast du dann irgendwann entschieden, zukünftig alles selber zu machen, deine (scheinbare) Unabhängigkeit/Autonomie zu kultivieren, um dich möglichst nie mehr so ausgeliefert zu fühlen und den damit im Zusammenhang stehenden Schmerz zu vermeiden? Vielleicht folgte aus all dem ein innerer Schwur: „Nie wieder!“, da der Schmerz damals so unerträglich war und deine Welt zum einstürzen bringen konnte…

Vielleicht ist in all dem bei dir gelandet: „Ich bin nicht okay!“ und dieser Satz wirkt als toxische Scham seither in dir, immer dann, wenn es darum gehen könnte, Bedürfnisse wahrzunehmen und in Beziehung zu bringen…

Sollten wir nun mit dieser Vorgeschichte trotzdem mal wagen ein Bedürfnis zu äußern, gibt es wenig Handlungs- und Reaktionsspielraum für unser Gegenüber, denn wenn wir uns unserer inneren Verletzung und der damit verbundenen Not nicht bewusst sind, neigen wir dazu, über Manipulation unser Gegenüber in einen Erwartungsdruck zu bringen – und das Drama nimmt seinen Lauf.

Was gibt es zu lernen?

  • Anzuerkennen, dass es da eine Verunsicherung gibt.
  • Mitgefühl und Selbstliebe entwickeln. Wohlwollende, emphatische Zugewandheit für sich selbst.
  • Lernen die Verantwortung im Hier und Jetzt zu übernehmen, was heißen könnte, nicht das Gegenüber verantwortlich zu machen und sich Zeit zu nehmen um sich selbst zu regulieren.
  • Üben, die eigenen Bedürfnisse zu würdigen. Immer und immer wieder. Oder anders gesagt: Den eigenen Bedürfnissen ihre Würde zurück zu geben.
  • Zu üben, Bedürfnisse wahrzunehmen und auszudrücken, unabhängig davon, ob sie von meinem Gegenüber erfüllt werden können oder nicht.
  • Risikobereitschaft bei Zunahme der Selbstregulationsmöglichkeiten. (Resilienz).

Was braucht es dazu?

Es braucht eine innere Bereitschaft zur Veränderung. Und diese braucht WUTENERGIE.

Vielleicht wunderst du dich jetzt, warum ausgerechnet Wutenergie?

Wut ist die Kraft in uns, die Entwicklung und Veränderung möglich macht, wenn sie konstruktiv eingesetzt wird. Raus aus dem niederen Drama: Opfer, Täter*in, Retter*in, hinein in die Selbstermächtigung und Eigenverantwortung um notwendige Heilschritte zu machen. Es braucht Wutkraft, um aus destruktiven, sich selbst limitierenden Gewohnheiten auszusteigen.

Wutkraft, die nicht gegen etwas gerichtet, sondern für – in diesem Beispiel, für die Würdigung der eigenen Bedürfnisse, genutzt wird.

Das nächste Seminar zum Thema:
Wut – eine Herzensangelegenheit!
findet vom
18.-21. November 2021 in der Schweiz statt.
Es sind kurzfristig wieder zwei Plätze frei geworden. Solltest du einen Ruf verspüren dieses wichtige Thema in dir zu bewegen, dann sei herzlich willkommen.

Gerne begleite ich dich ein (weiteres) Stück deines Weges.

Herzensgrüße

SAbine

Was es ist…

Es ist Unsinn
sagt die Vernunft.
Es ist was es ist
sagt die Liebe.

Es ist Unglück
sagt die Berechnung.
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst.
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht.
Es ist was es ist
sagt die Liebe.

Es ist lächerlich
sagt der Stolz.
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht.
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung.
Es ist was es ist
sagt die Liebe.

Erich Fried

WandelZeit – vom Kampf im Widerstand, Berührbarkeit und Hingabe

Ungewöhnlich lange habe ich meine Gedanken und inneren Prozesse nicht in einem Newsletter veröffentlicht. Und heute, heute ist der Tag, an dem ich offensichtlich schreiben soll…

Es gab in der Vergangenheit immer mal wieder Impulse zu verschiedenen Themen. Diese fühlten sich letztendlich jedoch entweder zu wenig konkret oder nicht kraftvoll genug an, um von ihnen zu schreiben. Oder, was ich auch für möglich halte, es ging und geht vermutlich auch weiterhin mehr darum, den inneren Umbau- und Reifeprozess nicht zu früh zu veräußern. Was auch immer da gerade in mir berührt wird, bewegt und spürbar im Wandel ist.

Was nun kraftvoll genug war und geschrieben werden wollte ist eine Aussage, die ich in einem FB-Post von Micha Madhava (danke Micha!) entdeckt habe, in dem er Auszüge aus Adyashantis „In Gnade fallen“ zitierte. Die Aussage:

~ FINDE EINEN ORT IN DIR, AN DEM DU NICHT KÄMPFST ~

In mir hat sich dieser Satz sofort festgesetzt. Seither begleitet er mich und lässt mich erkennen, wie oft ich kämpfend unterwegs bin. Und das ist bei weitem öfter, als ich für möglich gehalten hätte. Halleluja!

Vielleicht erinnerst du dich: Im August 2019 hatte ich bereits einen Text mit dem Titel „Zwischen Kampf und Kollaps“ verfasst, der auf meiner Website unter „Blog“ zu lesen ist. Dieses Thema beschäftigt mich schon geraume Zeit und fordert mich immer wieder aufs Neue heraus.

In mir gibt es einen Kampfmodus, den ich immer häufiger bei genauem Hinfühlen als Widerstand gegen etwas erlebe. Mittlerweile kann ich erkennen, dass es in diesem Kampf in der Regel darum geht, Gefühle zu vermeiden. Erlebnisse, die mir unangenehm sind, mir seelischen Schmerz bereiten, bedrohlich/überwältigend oder demütigend sind (oder scheinen) rufen in mir Trauer, Wut, Angst oder Scham hervor. Gefühle, gegen die ein mächtiger Teil in mir aufbegehrt und mich reflexartig in einem automatischen Nein gegenüber diesen Gefühlen und ihrem Auslöser verschließen lässt.

Wenn ich mich nun auf diesen Satz einschwinge: „Finde einen Ort in Dir, an dem Du nicht kämpfst“, passiert etwas Neues in mir. Einer neuer Erfahrungsraum im Umgang mit meiner Gefühlsintensität wird möglich.

Ich komme in Kontakt mit meinem „Ja“ zu dem Moment in und mit mir. Das ist der Moment, wo der Kampf aufhört. Ich erlebe mich einfühlsam, zugewandt. Statt der gewohnten anstrengenden  Ablehnung/Trennung verbinde ich mich. Ich würdige das, was ich erlebe, und es bekommt einen Platz in mir, einen Fühlraum. Ich werde ruhig, der Druck in mir lässt nach. Ich staune, lausche und bin berührbar. Zudem spüre ich eine tief in mir angelegte Ausrichtung/Führung. Ich fühle mich auf eine neue Art stärker und werde zugleich wach und ruhig.

Das ist gerade so faszinierend für mich, dass ich dieses Forschungsfeld gerne teilen wollte. Daher gibt es jetzt mal wieder einen Newsletter von mir.

Was mich in all dem unterstützt, ist meine wachsende Bereitschaft die Prozesse in mir anzuerkennen. Außerdem unterstützen mich mein zunehmend leichter verfügbares/erinnerbares Wissen um meine Ressourcen.

Das sind u. a. zahlreiche Stunden in der Natur, meine Verbundenheit zu all den Wesen, die mir dort begegnen. Über das (bevorzugt morgendliche) Eintauchen in kühles Nass in einen der herrlichen Allgäuer Seen, viel Zeiten um mich Auszuruhen, zu verdauen und Kraft zu schöpfen. Darüber, mich über meinen Atem zu verankern. Mich zu bekuscheln – oder, wenn gerade möglich – mich bekuscheln zu lassen. Gespräche/Begegnungen/Augenblicke mit Menschen die mich berühren. Und ganz wichtig: Piccola – die Mieze meiner Vermieterin, das Buch: Die Rückkehr des weiblichen Prinzips, Musik und eine mich auf vielerlei Ebenen nährende pflanzliche Ernährung ….um ein paar Beispiele zu nennen 😉

Soviel heute von mir. Ich freue mich, wenn du deine Gedanken und Erfahrungen dazu mit mir per E-Mail teilen magst.

Gerne begleite ich dich ein (weiteres) Stück deines Weges.

Für (d)ein Leben in Kontakt und Leidenschaft.
SAbine

Über Imagozellen und die Analogie zu unserer Zeit

Die erstaunlichen Entdeckungen der amerikanischen Biologin und Autorin Norie Huddle über den Wandlungsprozess der Raupe zum Schmetterling:

Wenn die Zeit gekommen ist, bilden sich im Raupenkörper eine neue Art von Zellen, die bereits die Vision des künftigen Schmetterlings in sich tragen, sie nennt sie Imagozellen. Das Immunsystem der Raupe greift diese Zellen als fremdartig an und vernichtet die ersten Generationen. Doch die Zellen wandeln sich, werden immer mehr und widerstandsfähiger, während das „Raupensystem“ immer schwächer wird. Die Zellen bilden kleine, autarke Nester, sie infizieren auch Raupenzellen, und siedeln sich an den Stellen im Raupenkörper an, wo sie künftig im Schmetterling eine Funktion wahrnehmen werden.

In der letzten Phase vernetzen sich diese einzelnen Nester mit langen Fäden, die den ganzen Raupenkörper durchziehen und schließlich „erkennen“ sich die Zellen als Ganzes und in einem unglaublichen Prozess bildet sich innerhalb des sterbenden Raupenkörpers der bunte, flugfähige, völlig anders als die Raupe geartete, Schmetterling.“

Der philippinische Umweltakivist Nicanor Perlas hat in einem Gespräch mit Geseko v. Lübke über die Analogie zu unserer Zeit gesprochen:

„Überall auf der Welt entstehen derzeit Imagozellen, zunächst einzelne Menschen, die sich dann in Gruppen zusammentun und von den verschiedensten persönlichen, politischen, ökonomischen, ökologischen Anliegen getrieben, ein anderes „Dasein“ anstreben. Geseko v. Lübke berichtet von derzeit 10 Millionen Initiativen weltweit, die an einer „neuen Welt“ basteln. Und täglich werden es mehr. Ihnen ist der „große Plan“ meist nicht bewusst, dass es darum geht, einen großartigen Wandlungsprozess zu initiieren, zu tragen und zu gestalten, der etwas völlig Neues, heute noch Undenkbares, hervorbringen wird.

Doch durch die weltweite Vernetzung wird es immer mehr Menschen bewusst. So muss jede*r selbst herausfinden, welche Form von Imagozelle er*sie sein könnte, welchen Platz eine*r im „Schmetterlingssystem“ einnehmen wird, welches das eigene Potential ist. Jede einzelne Zelle muss sich kräftigen, um den Raub(pen)system zu widerstehen; Krisen sind hier an der Tagesordnung. Zweifel und Angst ebenso.

Hier gilt es aber auch dem „nährenden Raubsystem“ Würdigung entgegenzubringen. Der Niedergang dieses Systems kann auch als mythisches Opfer betrachtet werden, auch das beharrende Alte, der Schatten, muss als Erinnerung mitgenommen werden in die leuchtend-farbige luftige Zukunft.

Vielleicht sind viele von uns stark damit beschäftigt, als Imagozelle überhaupt zu überleben. Die Zeit der Vernetzung wird aber kommen, und diese womöglich auf ganz anderen Wegen erfolgen, als wir uns das heute vorstellen.

Sie wird von selbst passieren.“