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Blog für Inspirationen

Ressource Mensch

Ressource Mensch ist das Thema, dem ich meine heutigen Zeilen widmen möchte.

Sicher kennst auch du diese Momente, wo du gerade noch in Gedanken auf der Straße dem freundlichen, zugewandten Blick eines fremden Menschen begegnest. Und plötzlich fühlst du dich wie ausgewechselt. Bist hellwach und von einem Moment auf den anderen ist da Leichtigkeit und freudige Entspannung in dir spürbar.

Was ist passiert? Und warum kann so ein kurzer Moment uns so tief berühren und eine derartige Wirkung entfalten?

Wir Menschen haben Grundbedürfnisse. Eines unserer Grundbedürfnisse ist das Bedürfnis nach Anerkennung, Zuwendung und Liebe. Jetzt könntest du sagen, was hat so ein Moment auf der Straße mit Anerkennung und Liebe zu tun? Zuwendung könnte ja noch zutreffen…  Entscheidend ist, was dabei in uns passiert und was für eine Resonanz in uns ausgelöst wird.

In dem Moment, wenn  uns jemand freundlich begegnet – und sei es, er sieht uns „nur“ freundlich in die Augen, lächelt, und dieser Blick erreicht uns, wird eine ganze Kette von angenehmen Reaktionen in uns ausgelöst. Dazu gehört das Gefühl, in Ordnung zu sein, ebenso wie das Gefühl sich willkommen zu fühlen, gesehen und anerkannt zu sein – einfach so. An einem feinen Ort, tief in uns. Ohne hierfür etwas bewusst getan und/oder geleistet zu haben. Ein Geschenk des Lebens – von Mensch zu Mensch.

Wie kostbar, wenn du Möglichkeiten für dich findest, wo du immer mal wieder auf Menschen triffst, die dir Wohlwollen entgegen bringen und wo du immer wieder mal die Erfahrung machen kannst, dich willkommen und anerkannt zu fühlen. Wir sind soziale Wesen. Bei aller Eigenständigkeit und dem Bedürfnis nach Autonomie braucht es auch das zugewandte DU und das WIR für uns Menschen und unsere innere Balance.

In der psychosomatischen Klinik, in der ich neben meiner Selbstständigkeit tätig bin, wird das in der Patientengemeinschaft deutlich. Ich höre immer wieder von den Patienten, wie tief die Gemeinschaft der Patienten untereinander erfahren und wie unterstützend sie auf dem jeweiligen Heilungsweg erlebt wird.

Mein persönlicher Weg hat mich vor ein paar Monaten in einen Gospelchor geführt. Jenseits von Leistung (einmal davon abgesehen, dass es mehr Freude macht, wenn ich den richtigen Ton treffe ;-)) bin ich dort spürbar willkommen. Ich erlebe mich als Teil einer Gruppe von Menschen, die etwas Gemeinsames haben, nämlich Freude am Singen und dabei noch viel Gaudi und Rumgeblödel, Geselliges im Miteinander leben. Ressource Mensch. Ich entdecke und erinnere mein Sonnenkind in mir und erfahre Entspannung und Wohlgefühl im Dabeisein.

Für ein Leben in Kontakt und Leidenschaft.

Zwischen Kampf und Kollaps

Herausforderungen sind Teil des Lebens.

Eine Möglichkeit damit umzugehen ist zu kämpfen. Spannend daran ist die innere Haltung dazu. Weit verbreitet ist gegen etwas zu kämpfen – entweder gegen andere, eine Tatsache, oder gegen sich selbst. Die Betonung hierbei ist das: „gegen etwas.“ Spannend auch: Wer kämpft?

Dieses „gegen“ impliziert ein Nein im Bezug auf etwas, hat eine Vorstellung davon, wie etwas zu sein hat; kostet viel Kraft, die uns auf Dauer nicht zur Verfügung steht und lässt uns früher oder später erschöpfen, ausbrennen. Nicht selten beginnt der Körper immer deutlichere Signale zu senden – die von uns ungehört  – uns krank werden (Einhalt gebieten) und uns schließlich aufgeben (kollabieren) lassen.

Diese Art von Kampf lässt uns eng und hart werden. Verbundenheit geht verloren, Trennung geschieht. (In uns selbst und im Außen). In diesem Kampfmodus mangelt es uns an Flexibilität, an Schwingungsfähigkeit (Empathie) und die Handlungsspielräume werden eng, ähnlich eines immer enger werdenden Korridors. In dieser Art Kampf geht es bei genauerer Betrachtung um Macht und den Versuch, Ohnmacht zu vermeiden. Es geht um Gewinnen oder Verlieren. Und langfristig kann es nur Verlierer geben.

Der Kollaps, von dem ich hier schreibe, ist entweder eine Folge des Kampfes gegen etwas im Außen, oder die Folge des Kampfes gegen sich selbst. Ist die Ursache für unser Streben ein aufgeblasenes Ego, dass ein Gefühl von Mangel an Wert in uns zu überdecken versucht, bekommen wir vom Leben keinen Boden um wirklich landen zu können. Wir können mit unseren Gaben nicht wirklich Fuß fassen. Wir manipulieren andere über unser Wissen, ohne mit unserem Herzen verbunden zu sein.

Ein anderer Blickwinkel ist der Blick auf den inneren Kritiker. Manch ein mächtiger innerer Kritiker hält Menschen klein, sabotiert Entwicklung und macht sie zu Opfern. Die Intention des inneren Kritikers ist die Seele vor möglichen Verletzungen zu schützen. Neue Wege bringen die Möglichkeit zu scheitern, konfrontieren uns ggf. mit der Angst vor Gefühlen wie mangelndem Selbstvertrauen, Unsicherheit, niederem Selbstwert, Scham (bzw. die Angst vor Beschämung) um einige zu nennen. Damit uns das nicht wiederfährt, übernimmt der innere Kritiker und hält uns klein. 

Die Folge: Bei Gegenwind werden die Segel gestrichen. Zu schwierig! Das schaffe ich nicht! Hoffnungslosigkeit und Resignation machen sich breit. Wie in einer Trance/Selbsthypnose werden wir von der Hoffnungslosigkeit und Resignation in uns vereinnahmt.
Das, was sich aus der Tiefe in uns durch uns in das Leben verströmen und wirksam werden möchte wird unterlaufen. Neues, dass einzigartig, noch zart und wackelig, Zeit und einen wohlwollenden Umgang/ein wohlwollendes, unterstützendes Feld bräuchte wird in seiner Entwicklung sabotiert.

Wie kann hier Veränderung und damit inneres Wachstum entstehen?

„Wenn Du alles, was Dir begegnet,
als Möglichkeit zu innerem Wachstum siehst,
gewinnst Du an Stärke.“ 

Milarepa, Tibetischer Meditationsmeister (1052-1135)

Das Sein praktizieren. Tagtäglich. Immer und immer wieder mit einen freundlichen Blick auf sich selbst. Um Stärke zu entwickeln braucht es ein Üben, die Bereitschaft sich wohlwollend auseinanderzusetzen. Es braucht die innere Erlaubnis lernend zu sein, Erfahrungen zu sammeln, menschlich und damit unvollkommen zu sein, Fehler zu machen und die Möglichkeit bei Bedarf nachzujustieren.

Feel, kiss, flow! (Zitat von Chameli Ardagh)

All dies lässt uns Schritt für Schritt an Stärke gewinnen. Stärke die uns entwickeln und reifen lässt  und uns ermöglicht zunehmend bewusster und differenzierter wahrzunehmen, zugewandt mit unseren eigenen Gefühlen umzugehen und zu hinterfragen, worum es gerade wirklich gehen könnte.

Kostbar und hilfreich sind Begegnungen mit Menschen, mit denen wir wagen ein Gegenüber auf Augenhöhe und Herzhöhe zu sein. Freunde, GefährtInnen, Coaches und TherapeutInnen, die sich als Spiegel anbieten, um uns aus blockierenden Identifizierungen zu lösen und uns entwickeln zu können.

Der Königinnen/Königsweg liegt für mich dort, wo wir anstatt gegen etwas zu kämpfen herausfinden, für was wir hier sind. Wenn wir beginnen uns auf unser Herz fokussieren. Wenn wir uns zur Gewohnheit machen herzöffnende Fragen zu stellen:
Worum geht es wirklich? Was gibt es zu lernen? Was ist es, was durch mich in die Welt will? Wofür brenne ich wirklich?
Und dabei geht es nicht ob besser oder schlechter als andere. Dabei geht es nicht um andere. Dabei geht es um deine Einzigartigkeit!

Es geht um nichts weniger, als um den Sinn des eigenen Seins. Was will durch dich in dieses Leben? Was lässt dein Herz singen? Was lässt dich in Kontakt kommen mit deiner Hingabe? Deinem JA? Was lässt dich zeitlos im deinem Wirken werden? Wo entsteht Kraft in deinem Tun? Was bringt dich in Kontakt mit deiner/deinem SchöpferIn in dir?
Was lässt dich dran bleiben, obwohl sich gerade ein Stolperstein nach dem nächsten in den Weg zu legen scheint?

Es ist die Quelle, die in jedem von uns sprudeln möchte. Der Wunsch nach einem sinnerfüllten Leben jenseits von Kampf. Dein Herz ist bereit dich zu führen. Es weist den Weg über deine Berührbarkeit und lässt dich finden, was dich in deinem Sein nährt und wie du im Gehen zu dem großartigen, einzigartigen Wesen heranwächst, das in jedem von uns schlummert.

Zum Wohle des großen Ganzen –  und das Schöne daran ist: Das schließt dein und mein Wohl mit ein 😉

Gerne begleite ich Dich ein (weiteres) Stück des Weges.
Beherzte Grüße
SAbine

Herzensangelegenheiten

Im letzten Monat hatte ich die Möglichkeit, zwei Wochen an dem Yogini Retreat mit Chameli Ardagh und Carina Maria Möller teilzunehmen. Zwei wundervolle Frauen – praktizierende Yoginis, die voller Leidenschaft beherzt ihrer Berufung folgen und damit heilige Räume öffnen. Für mich war es eine kostbare Zeit des intensiven Praktizierens, eine heilige Zeit mit mir im Kreis von Frauen.

Wir sind tief gegangen und haben geforscht, wie weibliche Spiritualität verkörpert, spürbar und auf heilsame Art und Weise in unser jeweiliges Leben und damit auf diese Erde gebracht werden kann. Ganz praktisch – praktizierend.

Wieder einmal hat sich bestätigt, dass die Weisheit des Körpers und seine Präsenz pure Intelligenz sind und durch nichts zu ersetzen.

Es braucht Übungspraxis, hilfreiche Impulse und Teachings, sichere Übungsräume, engagierte GefährtenInnen und Zeit, um sich an das zu erinnern, was längst in jeder und jedem von uns ist. Als leidenschaftliche Körpertherapeutin war die Zeit dort für mich tief berührend und eine Bestätigung für mein Streben, meinen Weg, mein Sein.

Wir haben uns auf unterschiedlichste Energien eingelassen und diese Qualitäten in unseren Zellen als Resonanzfeld wiederentdeckt, ähnlich dem Setting des 1. Moduls meines Frauenjahrestrainings. Und es gab Ergänzungen, Erweiterungen, Verfeinerungen für mich. Voller Vorfreude blicke ich auf das kommende, im September beginnende 9. Frauenjahrestraining.

Eine Aussage geht mir sehr nach: Das Herz entspannen!

Dieser Fokus war mir bisher fremd. Mich trifft er – ins Herz. Seither bin ich mehr in Kontakt mit meinem Herzen: Beobachte, wie es zusammenzuckt, sich zusammenzieht, wenn ich Unwohlsein empfinde. Unwohlsein über das, was sich mein Kopf gerade ausdenkt, oder z. B. bei Begegnungen, bei denen ich in Kontakt komme mit Angst, Ärger, Trauer oder Schmerz. Über das Zusammenziehen meines Herzens entsteht Druck in mir, kombiniert mit dem reflexhaften Anhalten meines Atems steigt die innere Spannung. Und ich will entweder nur weg, um Weiterem zu entkommen (Fluchtimpuls), oder ich spüre den Impuls, den Druck über Angriff loswerden zu wollen. Auch Scham spüre ich in diesem Kontext. Scham darüber, dass ich mich mal wieder aus dem Gleichgewicht bringen lasse… Letzteres ist prima geeignet um den Druck gegen mich selbst zu wenden.

Im Zusammenhang mit dem Thema Angriff erinnere ich mich an eine Yogini, die davon berichtete, wieviel Zeit sie ihres Lebens bisher scheinbar alternativlos mit dem Schwert in der Hand gelebt hat. Ihr wurde klar, dass sie das Schwert nicht mehr braucht und dass es für sie nicht darum geht, es einfach in der Schwertscheide „zwischenzuparken“. Nein, es geht für sie darum, das Schwert abzulegen. Bereit zu fühlen und das Muster der Kämpferin abzulösen.

Ich habe mich in ihr wiedererkannt und auch die Notwendigkeit für mich, das Schwert abzulegen, mir Zeit zu geben, mein Herz zu entspannen und – berührbar, fühlend – mein JA zu meinen Gefühlen entstehen zu lassen. Und dann, ohne Druck, in der eigenen Zeit, die Spannung abfließen zu lassen. Intimität mit mir. Offen für das, was daraus entstehen will. Der scheinbare Widerspruch hierbei ist, dass so ein Herz über die gelebte Entspannung, über das Dableiben, an Stärke gewinnt.

Und wir Menschen haben unterschiedliche Überlebensstrategien. Zählst Du Dich zu den Menschen, die tendentiell eher am kämpfen sind, könnte der Fokus auf das eben Beschriebene interessant für Dich sein. Eine Möglichkeit um Deine persönlichen Handlungsspielräume zu erweitern.
Und es gibt auch diejenigen unter uns, denen eine Kampferprobung gut täte, um eingefrorene Energie ins fließen bringen zu können, und für die hier der Fokus sein könnte. Körperlich spürbar lebendiger werden und die Fähigkeit sich wieder anzueignen, bei Bedarf kämpfen zu können. Entscheiden. Wahl- und Handlungsmöglichkeiten können so entstehen.

Jedes meiner angebotenen Seminare bietet Möglichkeiten, über Deinen Körper Deinem Herzen und damit Dir selbst näher zu kommen. Für Frauen gibt es aktuell noch die Möglichkeit, im nächsten Jahrestraining mit dabei zu sein, das durch den kontinuierlichen Prozess in einer festen Gruppe und die aufeinander aufbauenden Module das Intensivste meiner derzeitigen Angebote ist.

Für Dein Leben in Kontakt und Leidenschaft.

Gerne begleite ich Dich ein (weiteres) Stück Deines Weges.

Kontakt und Leidenschaft

Für Dein Leben in Kontakt und Leidenschaft.

Was meine ich damit?

Mit Kontakt meine ich als Erstes – die Basis: den Kontakt im Innen, zu sich selbst. Das beinhaltet: Was fühle ich gerade? Was nehme ich in mir wahr? Wie gehe ich mit mir um? Wie denke ich über mich? Wie schaue ich auf mich?
Ist meine Kontaktaufnahme zu mir als Zuwendung spürbar, verbindend, wohlwollend oder eher destruktiv, streng, verurteilend und trennend? Was gibt es zu entdecken? Was zu lernen?

Inhalte der von mir angebotenen Erfahrungen sind: Blickwinkel zu weiten, immer bewusster wahrnehmen zu lernen, was passiert gerade in mir? Was tue ich wie mit mir? Kann ich zu mir hinschauen und mich in meiner unvollkommenen Vollkommenheit Mensch sein lassen? Mensch sein dürfen – und das im eigenen Blickwinkel. Einen liebevollen Blick entwickeln, auch auf die Seiten, wo ich Unzulänglichkeiten an mir wahrnehme? Kann ich Milde walten lassen? Kann ich mir erlauben lernend zu sein? Bin ich bereit zu forschen, worum es gerade für mich geht? Wie kann ich mich unterstützen?

Über die Arbeit in Gruppen ist es möglich, ausgehend von dem Kontakt zum ICH neue Erfahrungen im Kontakt mit dem DU zu machen. Es ist nach all den Jahren immer noch unbeschreiblich und magisch für mich, was innerhalb einer Gruppe von Menschen, die anfangen die Verantwortung für ihre Gefühle zu übernehmen, an Ent-wicklung und Heilung möglich ist. Durch den achtsamen Rahmen im Miteinander- Sein, Teilen und Forschen. Sehr besonders ist dabei, wie jede(r) ganz in der eigenen Zeit und der eigenen Art ihren/seinen Platz in der Gruppe einnimmt, ankommen kann, Fülle spürbar und Toleranz erfahrbar wird. Kontakt! Das WIR – Momente von Gemeinschaft entstehen. Für uns als soziale Wesen, die wir Menschen sind, ein Grundbedürfnis. Nicht selten ist dieses Grundbedürfnis tief unter unseren Schutzmechanismen verborgen und primär nicht wahrnehmbar.

Warum Leidenschaft?

Leidenschaft steht für mich für Lust und Begeisterung. Berührt, beseelt mit Haut und Haaren! Wissen wollen auf tieferer Ebene! Für den Moment – pur. Dafür – sich mit ganzem Herzen zu geben. Hingabe! Leidenschaft ist für mich ein Ausdruck von Fülle, Herzkontakt, Herzblut, Intensität, Lebendigkeit. Verbundenheit mit dem Jetzt. Eine Kraft, die bewegt, scheinbar Unmögliches möglich macht.

Leidenschaft birgt auch das Risiko zu scheitern. Manchmal höre ich von Menschen, dass sie den Begriff Leidenschaft nicht mögen, weil in diesem Wort das Wort Leid enthalten ist. Ja, es birgt ein Risiko lebendig zu sein! Und der Wunsch nach Intensität ist bei Menschen unterschiedlich. Und manchmal möchte dieser Wunsch erweckt und entdeckt werden. Dann unterstützen achtsame Forschungsfelder. Vielleicht hast du ja jetzt gerade Lust was dazu auszuprobieren?

Als Körpertherapeutin lade ich dich auf eine persönliche Erfahrung ein. Das Thema: Kontakt und Leidenschaft am Beispiel „Frühling“. 

Idealerweise hast du ein Gegenüber, einen Zeugen/eine Zeugin, der/die dir zuhört. – Und es geht auch alleine. Wichtig dabei ist, dass du laut aussprichst, was auftaucht. Du beginnst zu „blubbern“, sprichst alles aus, was dir zum Frühling einfällt.
Du beginnst mit folgendem Wortlaut:
Ich bin der Frühling, ich bin... (hier ein paar Beispiele für den Einstieg: die Kraft, die ins Leben will, ich bin das saftige Grün, der Keim der durch die Erdkruste stößt, die Knospe die aufbricht etc), ich bin…
Gebe dir 10 Minuten Zeit und lasse dich immer tiefer eintauchen in die Vorstellung: „Ich bin der Frühling“.
Nach 10 Minuten mache eine kleine Pause und nehme dir Zeit für Kontakt mit dir und deinem Körper. Wie fühlst du dich? Hat sich was verändert? Was nimmst du wahr?
Wenn du ein Gegenüber hattest, dann lasst euch jetzt wechseln. Am Ende tauscht euch aus. Was habt ihr erlebt: Als erforschende Person – als Zeuge?

Soviel für heute. Über Rückmeldungen von dir freue ich mich.

Wie geht das mit dem Spüren?

Neulich in der Klinik stellte ein Klient die Frage: „Frau Schröder, wie geht das mit dem Spüren?“

Hm – ja, wie geht das mit dem Spüren – und warum haben es viele von uns so schwer damit?

Geschichten zum Fühlen

Als wir noch klein waren und in der totalen Abhängigkeit zu unseren Bezugspersonen, fühlte sich bei dem einen oder anderen so manches lebensbedrohlich an.

Ein Säugling, der aus Hunger weint und damit ignoriert wird, weil z. B. die aktuellen Erziehungsmethoden einen bestimmten Rhythmus für sinnvoll erachten, kann nicht verstehen, warum niemand kommt. Er erfährt im Extremfall die Angst zu sterben. Für einen Säugling ist das ein reales Erleben, da er sich nicht selbst versorgen kann.
Um von frühkindlichen bedrohlichen Gefühlen nicht überwältigt zu werden, trennen wir uns von unserem Fühlen. Das ist an sich ein genialer Schutz- und Bewältigungsmechanismus.

Ein anderer Auslöser für das Verlernen vom Spüren bestimmter Gefühle ist, wie wir über unsere Familie und unser Umfeld sozialisiert werden. Das, was wir an Konzepten von Gut und BöseRichtig und FalschAkzeptabel und Inakzeptabel erlernen. Selbst ganz kleine Kinder erkennen, dass sie für das, was akzeptabel ist, geliebt und belohnt werden, und dass sie verlassen oder bestraft werden, wenn sie etwas Inakzeptables tun.

So wird auch hier eine Überlebensstrategie wirksam. Das, was wir in unserem sozialen Umfeld als inakzeptabel erleben, übernehmen wir als inakzeptabel. Es wird abgespalten und ins Unterbewusstsein verdrängt.

Ein persönliches Beispiel

Von mir kann ich sagen, dass Traurigkeit eines der Gefühle war, welches in meiner Herkunftsfamilie nicht willkommen war. Dieses Gefühl verschwand als Folge davon von meiner Gefühlspalette – was nicht heißen soll, dass da keine Trauer war. Doch eben abgespalten – nicht mehr spürbar.
Auch heute noch fällt es mir schwer zu erkennen, wenn ich traurig bin. Da wird gekämpft, gerungen, argumentiert, gehadert, analysiert, da bin ich am verzweifeln – bis ich erkenne: Ich bin „einfach“ traurig!
Sobald ich das erkenne, verändert sich etwas in meinem Körper. Plötzlich geht etwas auf. Die Trauer darf mich berühren und von einem Moment zum anderen fühle ich mich gesegnet, nah bei mir, Tränen dürfen fließen, mir wird es warm ums Herz. Der ganze innere Druck kann mit einem Mal abfließen. Für mich ist das immer wieder ein großes Wunder. Und so verrückt das klingen mag, ein Grund zur Freude.
Ich werde zunehmend vertrauter mit dem Gefühl Trauer und diese Gefühlsqualität wird mit jedem Mal mehr ein Teil von mir, kann sich integrieren und ich dabei heiler werden.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Unter „heilen“ verstehe ich nicht, dass es dann gut ist mit der Trauer. Mit „heilen“ meine ich nicht: „Haken dahinter.“ Ich meine nicht: „Jetzt bin ich durch“ – „Trauer verstanden, brauche ich jetzt nicht mehr.“
Unter heilen verstehe ich, damit sein zu können und mich selbst damit als liebenswert zu erfahren.

Wie funktioniert das mit dem Spüren?

Jeder Gefühlszustand geht im Körper mit einer eindeutigen, ganz spezifischen Empfindung einher, so wie ein Bissen Essen eine ganz bestimmte, eindeutige Geschmackserfahrung erzeugt.

Wie verhindern wir Entwicklung?

Eine bewährte Methode um Spüren zu unterdrücken ist, die Luft anzuhalten und damit Schutzmechanismen aufrecht zu erhalten. Oder jegliche Form von Ablenkung: Konsum verschiedenster Art, Süchte.

Wenn wir in unseren Schutzmechanismen verhaftet bleiben, können wir als Erwachsene keine neuen, positiven Erfahrungen im Umgang mit den eigenen Gefühlen und im Kontakt mit anderen machen. Wir reagieren zwar sehr sensibel auf das ein oder andere im Gegenüber, sind jedoch nicht in der Lage diese Gefühle als unsere anzunehmen und zu integrieren. Je unbewusster wir sind, desto eher bleiben wir mit dem Gegenüber beschäftigt und sind leider viel zu oft im Dramadreieck von Opfer, Täter oder Retter gefangen.

Unser unbewusster Schutzmechanismus wirkt immer noch aus der Sicht eines Kindes und verhindert heilsame Erfahrungen. Wir spüren den eigenen Körper nicht, wir denken unser Fühlen anstatt zu fühlen. Wir projizieren: „Weil der das getan….“ „Weil die das gesagt….“ etc. – „deswegen geht es mir jetzt schlecht!“ Wir stellen unbewusst Fettnäpfchen auf, die die Menschen um uns herum auf Abstand halten, fühlen uns chronisch missverstanden, suchen Schuldige und verzehren uns gleichzeitig nach Nähe.

Sicher ist, solange wir mit Schuld und Recht haben beschäftigt sind, drehen wir uns dabei im Kreis.

Durch Schattenarbeit Licht ins Dunkel bringen

Viele der überwältigenden Gefühle im Leben eines Erwachsenen sind nicht lebensbedrohlich und doch fühlen sie sich immer noch so an. Es fehlt an positiven Erfahrungen im Umgang mit unseren eigenen intensiven Gefühlen. Dieser Schmerz, an dem wir festhalten, kann nur geheilt und assimiliert werden, wenn wir bereit sind und den Mut haben, unsere Aufmerksamkeit zurück auf das Kind zu richten, welches damals erstarrt ist. 

Und ja, in unserem Menschsein gibt es vielerlei, was erinnert und schmerzt – Trauer, Wut, Scham, Verzweiflung, Angst, Isolation, Wertlosigkeit, Verlorenheit, Ohnmacht – um nur ein paar der unangenehmen Gefühle zu nennen. Da ist so einiges, was wir lieber nicht spüren wollen. Und wir tun vieles, haben mannigfaltige Vermeidungsstrategien, um diesem „Weh“ auszukommen.

Doch auf Dauer macht uns das krank und unzufrieden. Das ist der Moment wo wir anfangen ernstgemeinte Fragen zu stellen und beginnen uns auf den Weg zu machen. Denn Gefühle sind zum Fühlen da.

Der Weg zu Integration und Heilung

Für mich ist der Begriff des radikalen Akzeptierens sehr hilfreich beim Spüren der eigenen Gefühle geworden. Und ich merke, das wird mir nur möglich, wenn ich aufhöre zu kämpfen (gegen mein Gegenüber oder gegen mich) und es wage innezuhalten. Wenn ich aufhöre wegzurennen – meine unterschiedlichsten Vermeidungsstrategien unterlasse, und den Mut und/oder genug Verzweiflung habe, um mich meinem Fühlen zu stellen. – Zuwendung!

Raus aus der Projektion, raus aus der Verurteilung (meiner selbst oder anderen), weg von dem aktuellen Auslöser (Trigger) – hin zu mir selbst! Bereit zu fühlen. Mit mir zu fühlen und gut (gütig) mit mir zu sein. Mir beistehen.

Für mich – ein tagtägliches, notwendiges und sinnvolles Übungsfeld. Ich kann nicht sagen, dass es leicht ist. Doch ich bin davon überzeugt, dass es sich lohnt sich dafür einzusetzen.

Für dein Leben – in Kontakt und Leidenschaft.

SAbine

Vom Potential des Unbekannten

Zum Jahreswechsel hat mich folgender Text erreicht:

Ich suche nicht – ich finde

Suchen – das ist Ausgehen von alten Beständen und ein Finden-Wollen von bereits Bekanntem im Neuen.

Finden – das ist das völlig Neue!

Das Neue auch in der Bewegung. Alle Wege sind offen und was gefunden wird, ist unbekannt. Es ist ein Wagnis, ein heiliges Abenteuer!

Die Ungewisskeit solcher Wagnisse können eigentlich nur jene auf sich nehmen,
die sich im Ungeborgenen geborgen wissen,
die in die Ungewissheit, in die Führerlosigkeit geführt werden,
die sich im Dunkeln einem unsichtbaren Stern überlassen,
die sich vom Ziele ziehen lassen
und nicht – menschlich beschränkt und eingeengt – das Ziel bestimmen.

Dieses Offensein für jede neue Erkenntnis im Außen und Innen:
Das ist das Wesenhafte des modernen Menschen, der in aller Angst des Loslassens doch die Gnade des Gehaltenseins im Offenwerden neuer Möglichkeiten erfährt. (Pablo Picasso)
~~~
Sehr passend finde ich diesen Text für das neue Jahr, zu dem wir uns gegenseitig das Beste wünschen. Sind wir wirklich bereit, uns selbst und auch andere das „Neue“ finden zu lassen? Nicht wissend, forschend, interessiert? Bereit, uns selbst und anderen Zeit und Raum zu geben, der nicht mit Vorstellungen, Aktionen und Konsum gefüllt ist?

Das Unbekannte einladen, lieben lernen und Platz im eigenen Leben hierfür bewusst zu schaffen, ist mir ein großes Bedürfnis geworden. Nicht, weil irgendetwas anders werden muß – nein. Eher, weil da ein Zauber ist, eine Lebendigkeit im Hier und Jetzt, und weil sich meine innere Haltung zum Unbekannten verändert. Von meiner ‚Angst vor‘ – hin zu einer ‚Lust auf‘.

‚Neu‘, das ist immer der nächste Moment, der beständig unser Leben begleitet und der erst, wenn er pur ist – gelöst von eigenen Vorstellungen (unsere Vorstellungen beziehen sich auf Erfahrungen aus der Vergangenheit), Konzepten, Sorgen und Ängsten – wirklich spürbar wird.

Was mich dabei unterstützt ist, langsam zu werden, innezuhalten, meiner Sinne gewahr zu sein. Dadurch wird mir möglich mit dem Kämpfen aufzuhören, meine Vorstellungen wahrzunehmen, diese loszulassen und das gewohnte Aus- und Durchhalten zu unterbrechen. Hinein in das Ja zum Moment! Sein! Jetzt! Mit all dem, was sich dadurch zeigen kann, gefühlt und durchlebt werden will.

Der schrittweise Ausstieg aus sich selbst eingrenzenden, destruktiven Gewohnheiten, Entschleunigung und die Verfeinerung der eigenen Wahrnehmung sind Fähigkeiten, die mir besonders am Herzen liegen. In meinen Seminaren und Einzelbegleitungen schaffe ich achtsame Erfahrungsräume, die Dir Möglichkeiten bieten, Dir selbst und anderen auch mit dem Neuen und Unbekannten in einem offenen und verantwortungsbewussten Umgang zu begegnen.

Ärger – der kleine Bruder der Wut

Ganz ehrlich, ist es okay für Dich, wenn Du Dich ärgerst? Darfst Du ärgerlich sein, Ärger fühlen? Und darfst Du vor allem sichtbar damit sein? Und wie gehst Du damit um, wenn jemand Dir seinen Ärger zeigt.

Warum diese Fragen?
In der vergangenen Woche hatten wir in der Klinik eine Fallbesprechung und da hörte ich die Aussage: Ärger ist ein Kontaktangebot!

Das hat mich neugierig gemacht, und so begann ich damit zu forschen.

Auf Wikipedia finde ich unter Ärger: Verdruss, eine spontane, innere, negativ-emotionale Reaktion (Affekt) auf eine unangenehme oder unerwünschte Situation, Person oder Erinnerung. Das, was Ärger hervorruft – das Ärgernis – kann eine Frustration, etwa eine Kränkung sein. Unmut, Unbehagen oder Missmut sind die weniger erregenden Formen des Ärgers. Diese Emotionen sind als innere Reaktionen zunächst spontan und in aller Regel unvermeidbar. In unserer Kultur gilt das Zeigen von Ärger in der Regel als taktlos. Unter Erwachsenen wird Ärger tabuisiert und Kindern wird er oftmals abgesprochen. Ungehörig fällt mir dazu ein.

Bei der weiteren Recherche finde ich zahlreiche Artikel mit Tipps, Ärger zu negieren. Was mir bleibt, ist der Eindruck: Ärger zu empfinden ist ein Mangel und falsch. Ich finde wenig zum „Sein“ mit Ärger.

Wie geht es mir mit Ärger, dem kleinen Bruder der Wut?

Sehr schnell wird spürbar, dass es da einen dominanten Teil in mir gibt – ich würde ihn meinem inneren Kritiker zuordnen – der Sich-ärgern-lassen als Schwäche, Makel und Tabu erlebt. Da gibt es Erinnerungen von Beschämung in der Kindheit, Geschwister oder andere Kinder können da so einiges dazu beitragen…ausgeliefert sein, fällt mir dazu ein. Phasenweise scheint das in meiner Erinnerung wie ein Sport: Wen man ärgern kann, über den hat man Macht. Kein Wunder, dass mein Kritiker mich hiervor schützen mag.

Wie reagiere ich, wenn ich mit offen gezeigtem Ärger konfrontiert bin?

Sofort wird ein Schutzmuster aktiviert, ich spüre Angst, halte die Luft an, werde starr. Meine gefühlte Temperatur sinkt innerhalb kürzester Zeit, ich friere innerlich ein, versuche mich taub zu machen. Gleichzeitig gibt es ein Programm, das mir hilft, im Außen das Gesicht zu wahren. Eine Strategie, um mich besser zu fühlen, ist die Verurteilung der Person, die sich mit ihrem Ärger zeigt. Und ich kenne auch das Rudern in mir nach Lösungen, um schnell wieder Harmonie herzustellen. Neuer in meinem Leben sind Sätze wie: „Ich stelle mich für eine Begegnung auf dieser Ebene nicht zur Verfügung“, „Das brauche ich nicht“. So „rettete“ ich mich bisher und sorgte für Abgrenzung.

Wenn ich mir nun diese Aussage Ärger ist ein Kontaktangebot anschaue, dann sind meine bisherigen Strategien, mit Ärger umzugehen ein Ausweichen, begründet in meiner Angst, überrollt zu werden. Doch muss das wirklich immer so sein? Wie könnte ich mich an dieser Stelle weiterentwickeln? Was könnte mir helfen, bei der Konfrontation mit Ärger offener und zugewandter zu sein, und zugleich liebevoll mit dem ängstlichen Teil in mir in Verbindung zu bleiben?

Blickwickel zu verändern erlebe ich als hilfreiche Ausgangsbasis für das Entdecken neuer Handlungsmöglichkeiten. Zum Beispiel:

  • Ärger zu sehen als eine Investition/Engagement in etwas (Beziehung, Job, Umwelt etc.).
  • Ärger zu sehen als Ausdruck einer Not, einer Verzweiflung, eines Hilferufes – mit dem Risiko missverstanden und verurteilt zu werden.
  • Ärger zu sehen als mutigen Ausdruck eines authentischen, lebendigen Kontakts. Sichtbar. Ein Sich-zu-muten (anderen und sich selbst), Grenzen aufzeigend, Stellung beziehend. Mit dem Risiko, sich damit auch verwundbar und angreifbar zu zeigen.

Durch den Satz „Ärger ist ein Kontaktangebot“ ist mir bewusst geworden:

Die Person, die sich mit ihrem Ärger zeigt, zeigt sich. Sie ist berührbar und alles andere als gleichgültig. Sie ist engagiert, ringt mit etwas, gibt etwas, bietet sich als Reibungsfläche/Kontakt an. UND – ich muss mich nicht auf dieses Kontaktangebot einlassen. Doch ich möchte mit diesen Gedanken einladen, genauer hinzuschauen. Es ist etwas anderes, wenn ich mich ehrlich bekenne, gerade nicht tiefer einsteigen zu wollen UND die Person mit ihrem Ärger wertzuschätzen, oder den/die andere Person für ihren Ärger zu verurteilen und/oder zu beschämen.

Es braucht Mut, ungeliebte Gefühle wie Ärger als Teil des Menschseins anzuerkennen und ihnen aufgeschlossen zu begegnen. Ärger als etwas Konstruktives, als ein Kontaktangebot, zu verstehen, braucht die Bereitschaft, die Verantwortung für die eigenen Gefühle zu übernehmen. Es braucht achtsame, wohlwollende Begegnungen, die Authentizität unterstützen und Menschlichkeit im miteinander möglich machen. Es braucht Menschen, die es wagen, „anstößig“ zu sein.

Unsere Kultur bietet hierfür wenig. Die Folgen zeigen sich nicht zuletzt an der zunehmenden Zahl psychosomatisch erkrankter Menschen. Ärger als Schattenprinzip macht krank und einsam. Depressionen, Magengeschwüre, Bluthochdruck sind typische Folgen von Ärger, den Menschen runter schlucken und damit gegen sich selbst richten. Häufig sitzt tief in unseren Zellen das Bedürfnis, es allen recht machen zu wollen und ja nicht gegen vermeintliche Regeln zu verstoßen.

Über dieses Bewusstsein entsteht in mir Respekt für Menschen, die es wagen, Ärger zu fühlen und damit sichtbar zu sein. Ich bin davon überzeugt, dass es sich lohnt damit zu forschen, wie sich die Energie des Ärgers verändert, wenn er aus seinem Schattendasein ins Licht rücken darf.

Meine Dankbarkeit und mein Respekt gilt auch den Menschen, die als Gegenüber dableiben. Im Kontakt forschend, der sich ärgernden Person den Ärger lassend und selbst bereit zu fühlen, sich mitzuteilen und die Verantwortung für die eigenen Gefühle zu übernehmen. Was es braucht ist die Bereitschaft sich einzulassen und Zeit für Begegnung.

Mein Wunsch ist, das Ärger sein darf. Eigenverantwortlich und willkommen als ein Gefühl, das Teil unseres Menschseins ist. Ganz alleine geht das nicht. Es braucht positive Erfahrungen mit anderen Menschen. Erfahrungen, die es möglich machen, mit Ärger in Frieden zu kommen, so dass die Scham und die Angst über dieses Gefühl langsam dem tiefen Wunsch nach mehr Menschlichkeit, Authentizität und wahrhaftigerem Kontakt weichen kann.

Für ein Leben in Kontakt und Leidenschaft und voller Lebendigkeit.

Lebens- und liebesforschend

SAbine

 

Eine Fabel: Vom Adler, der sich für ein Huhn hielt

Ein Mann ging in einen Wald, um nach einem Vogel zu suchen, den er mit nach Hause nehmen konnte. Er fing einen jungen Adler, brachte ihn heim und steckte ihn in den Hühnerhof zu Hennen, Enten und Truthühnern. Und er gab ihm Hühnerfutter zu fressen obwohl er ein Adler war, der König der Lüfte.
 
Nach fünf Jahren bekam der Mann den Besuch eines naturkundigen Mannes. Und als sie miteinander durch
den Garten gingen, sagte der naturkundige Mann: „Der Vogel dort ist kein Huhn, er ist ein Adler!“ „Ja“, sagte der Mann, „das stimmt. Aber leider habe ich ihn zu einem Huhn erzogen. Er ist jetzt kein Adler mehr, auch wenn seine Flügel drei Meter breit sind.“
 
„Nein“, sagte der andere, „er ist noch immer ein Adler, denn er hat das Herz eines Adlers. Und das wird ihn hoch hinauffliegen lassen in die Lüfte“. „Nein, nein“, sagte der Mann, „er ist jetzt ein richtiges Huhn und wird niemals fliegen.“
 
Daraufhin beschlossen sie eine Probe zu machen. Der naturkundige Mann nahm den Adler, hob ihn in die Höhe
und sagte beschwörend: „Adler, in Dir schlägt das Herz eines Adlers, der dem Himmel gehört und nicht der Erde: Breite Deine Schwingen aus und fliege!“ Der Adler saß auf der hoch gestreckten Faust und blickte um sich. Hinter sich sah er die Hühner nach ihren Körnern picken, und er sprang zu ihnen hinunter und pickte mit ihnen Körner.
 
Der Mann sagte: „Ich habe Dir gesagt, es ist ein Huhn!“
„Nein“, sprach der andere, „er ist ein Adler. Versuchen wir es morgen noch einmal.“
 
Am anderen Tag stieg er mit dem Adler auf das Dach des Hauses, hob ihn empor und sagte: „Adler, in Dir schlägt das Herz eines Adlers, der dem Himmel gehört und nicht der Erde: Breite Deine Schwingen aus und fliege!“ Aber als der Adler die scharrenden Hühner im Hof erblickte, sprang er abermals zu ihnen und scharrte mit ihnen.
 
Da sagte der Mann wieder: „Ich habe Dir gesagt, es ist ein Huhn.“ „Nein“, sprach der naturkundige Mann, „er ist ein Adler und hat das Herz eines Adlers. Laß es uns noch ein einziges Mal versuchen.“
 
Am nächsten Morgen erhob er sich früh, nahm den Adler und brachte ihn hinaus aus der Stadt, weit weg von den Hühnern, auf den Gipfel eines hohen Berges. Die Sonne ging gerade auf, sie vergoldete den Gipfel des Berges, jede Zinne erstrahlte in der Freude eines wundervollen Morgens. Er hob den Adler hoch und sagte zu ihm: „Adler, Du bist ein Adler, in Dir schlägt das Herz eines Adlers, breite Deine Schwingen aus und fliege!“ Der Adler blickte umher, zitterte, als erfülle ihn neues Leben – aber er flog nicht.
 
Da ließ ihn der naturkundige Mann direkt in die Sonne schauen. Und plötzlich durchfuhr es ihn. Er breitete seine gewaltigen Flügel aus, erhob sich mit dem Schrei eines Adlers, flog höher und höher und kehrte nie wieder zurück.
 
(Nach einer Fabel aus Ghana)

Die fünf Freiheiten

Die Freiheit, das zu sehen und zu hören, was im Moment wirklich ist, anstatt das, was sein sollte, gewesen ist oder erst sein wird

Die Freiheit, das auszusprechen, was ich wirklich empfinde und denke und nicht das, was von mir erwartet wird

Die Freiheit, zu meinen Gefühlen zu stehen und nichts anderes vorzutäuschen

Die Freiheit, um das zu bitten, was ich brauche, anstatt immer erst auf Erlaubnis zu warten

Die Freiheit, in eigener Verantwortung Risiken einzugehen,
anstatt immer auf Nummer sicher zu gehen und nichts Neues zu wagen.

Virginia Satir (Begründerin der systemischen Familientherapie)

 

Impulse versus Konzepte

Impulse versus Konzepte finde ich gerade ein spannendes Thema. Eigene Impulse im Jetzt wahrnehmen und ihnen vertrauen – im Gegensatz zum verhaftet sein in Erkenntnissen aus früheren (anderen) Situationen, die – zu Konzepten erhoben – das Potential haben, mich zu blockieren.

Kennst Du das auch?                              Bilder, Ideale, festgefahrene Vorstellungen und Prägungen, die deiner Lebendigkeit und dem Abenteuer Leben im Wege stehen und, so erlebe ich es, der Nährboden sind für zunehmende Unzufriedenheit?

Oft wird im Kontext meiner Arbeit von „Tantra“ gesprochen. Die Bilder und Vorstellungen die es dazu gibt haben oft nicht viel mit dem tantrischen Weg zu tun, und schneller als gedacht ist das nächste Konzept entstanden.

Nicht wissen – und davon viel – und es wagen, sich in den Moment hinein zu geben – sich einlassen, mitschwingen. Eigene Impulse, die im Jetzt entstehen wollen, wahrnehmen und zulassen können,  mit Vertrauen forschen und Verantwortung übernehmen lernen. Erstaunliches wird möglich. All dies ist in meinem Verständnis ein essentieller Teil des tantrischen Heil- und Entwicklungsweges.

Und auch das Potential der Wutkraft taucht hier wieder auf. Um Impulse verantwortlich zu leben, braucht es unser Feuer, den Zünder Wut (Texte dazu unter: sabine-schroeder-seminare.de/blog/wut/ sowie .sabine-schroeder-seminare.de/blog/liebe-und-wut/).

Gepaart mit der Fähigkeit körperlich anwesend (berührbar), durchlässig und gleichzeitig verankert zu sein.

Vielleicht magst du gleich jetzt dazu ganz praktisch forschen?
Was kannst du in deinem Körper wahrnehmen, was passiert in dir, wenn du in dir den Begriff „Konzept“ spürbar werden lässt? Und im Gegenzug: Was kannst du in dir wahrnehmen bei dem Begriff „Impuls“?……

In meiner Arbeit, bei der Begleitung (in meinen Seminaren oder bei der Einzelbegleitung) gelingt es mir  erstaunlich leicht die Impulsen im Hier und Jetzt wahrzunehmen und ihnen zu vertrauen. So kann Großartiges entstehen – in dem ich aus dem Weg gehe und gleichzeitig wach und interessiert im Moment anwesend bin.
Privat hakt es da des öfteren und ich stehe mir mit meinen Konzepten (sehr tricky), die ich oft unbewusst über meine Ängste gestülpt habe und mit meiner Rigidität selbst im Weg.

Und… hin und wieder gibt es einen Schubs vom Leben und erstaunliche neue Dynamiken entstehen.

In meinem Fall heißt das, das ich nach knapp 12 Jahren München verlassen werde, um wieder ins Allgäu zu ziehen. Einen Tag, nachdem ich die Entscheidung getroffen hatte, findet sich mein zukünftiges Zuhause. Impuls um Impuls schaukelt mich mein Leben in meine Spur und macht Erstaunliches möglich.

Ich freue mich auf all diejenigen, die zu diesem Thema aktiv forschen wollen und Lust haben auf ihre Lebendigkeit und den Kontakt zu ihrer Quelle. Die von mir begleiteten Seminare bieten hierfür Möglichkeiten heilsame Erfahrungen zu machen.

Für ein Leben in Kontakt und Leidenschaft.