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Blog für Inspirationen

Embodiment – Selbstliebe – Seelenfrieden

Hallo Du!

Wir alle kennen mehr oder weniger die Wirkung, die unser Denken
und Fühlen auf unsere Befindlichkeit haben. Der Körper ist eine Plattform für den emotionalen und psychischen Ausdruck, ein Spiegel unserer Seele.

Embodiment beschreibt die Möglichkeit über den Körper die eigene Befindlichkeit zu beeinflussen.

Dazu möchte ich dich konkret auf eine Erfahrung einladen.

Finde einen Ort, wo du für ein paar Minuten ungestört bist. Setze dich und wende dich dir zu. (Wenn du dich sicher fühlst, ist es auch möglich diese Erfahrung während eines Spaziergangs in der Natur zu machen).
Schließe deine Augen. Nehme deinen Atem wahr, wie er kommt und geht. Nehme deine Befindlichkeit wahr. Und dann: schenke dir ein Lächeln.

Verweile in diesem Lächeln und nimm dir Zeit um die Auswirkung(en) in deinem Körper zu erforschen. Was passiert? Bleib bei deinem Lächeln, bei deinem Atem – dir zugewandt…

Dann tauche wieder auf, öffne deine Augen und stelle dir einen Wecker für 5 Minuten. Wieder schließt du deine Augen, erneut schenkst dir ein Lächeln.

Affirmation: Ich schenke mir ein Lächeln weil ich weiß, dass es mir wohl tut.

Verweile in diesem Lächeln, atme und sei mit dir, fühle, staune, forsche was in dir passiert. Lächeln, atmen, da sein – bei dir, ganz für dich.

Wenn dein Wecker klingelt, tauche wieder auf und setze dein Tagwerk fort. Ich empfehle dir diese Übung regelmäßig zu praktizieren – mindestens 1x täglich und lass die Wirkung dieses kleinen Selbstlieberituals in dir wirken.

Ich erlebe diese kleine Übung, wie eine heilige Medizin für mich. Ich
merke, dass sie für mich nachhaltig etwas verändert, was bisher keine Meditation in dieser Deutlichkeit für mich vermochte. Ich werde friedlicher und gelassener. Es ist, als ob eine neue Verbundenheit in mir entsteht, die mir hilft den täglichen Herausforderungen und dem was sich alles verändern mag, vertrauensvoller zu begegnen.

Schreibe mir gerne, was du für Erfahrungen damit machst.

Möge Heilsames geschehen.

Gerne begleite ich dich ein (weiteres) Stück deines Weges.

Herzliche Grüße

SAbine

Geschichten über Geschichten

Hallo Du!

Wir Menschen erzählen Geschichten. Und wir Menschen lassen uns Geschichten erzählen.

Ob wir uns die jeweilige Geschichte zu eigen machen, hängt von vielen Einflüssen ab: von unseren Wünschen und Sehnsüchten, Werten, Ängsten, Vertrauen, Phantasien, Unwissenheit, Bewusstheit, Prägungen, dem Mut zu fühlen – unserem wissen wollen, oder auch nicht uvm.

Welche Geschichte(n) erzählst du über dich?
Welche versuchst du (vor dir/vor anderen) zu verbergen? Was davon ist wahr?

Was erzählst du über andere? Was davon ist wirklich wahr?

Da wären z. B. Geschichten, die sich mit unserem inneren Wert befassen. Oftmals wirken tief verborgene Unsicherheiten mit Fragen wie: Bin ich es wert geliebt zu werden?

Da sind bisweilen verdeckte, vergrabene Zweifel, die über Anstrengung, viel Glitter und Leistung unerkannt bleiben sollen. Da gibt es vielleicht einen früh erlebten Mangel an elterlicher empathischer Zugewandheit, der als Folge eine narzisstische Wunde hat entstehen lassen. Eine in unserer Gesellschaft weit verbreitete Verwundung, der schwer beizukommen ist, da sie zutiefst Scham besetzt ist und das kunstvoll errichte Selbstbild zerbröseln würde, wenn wir es wagen würden, die innere Abwertung fühlend zuzulassen.

Oder Geschichten zu äußeren Werten: Ich biete z. B. aus Überzeugung kein Seminar am Meer an. Ich möchte nicht, dass Teilnehmer:innen in den Flieger steigen müssen, um an einem Seminar bei mir teilnehmen zu können.

Eine andere Geschichte könnte sein: Wenn etwas sehr teuer ist, dann muss es auch sehr wertvoll sein.

So habe ich z.B. Anfang des Jahres an einem Seminar teilgenommen, für das ich mit Übernachtung im DZ für eine Woche mehrere tausend Euro bezahlt habe. Leider lag ich mit meiner Annahme einer dem Preis entsprechenden Qualität falsch. UND – ich habe in meinem Frust eine neue Geschichte daraus gemacht: Ich bin es mir wert in mich zu investieren. Schon war es leichter für mich, mit meiner Enttäuschung umzugehen.

Gleichzeitig tauchte die Geschichte auf: Was ist meine Arbeit wert? Ist es moralisch in Ordnung viel Geld zu verdienen? Wo beginnt bei mir „viel“?

Darf eine Frau, die sich mit dem Thema „menschlich sein“ befasst, erfolgreich sein? Was ist überhaupt meine Form von erfolgreich? 

Und da sind wir schon bei der nächsten Geschichte…

Was erzählen wir uns selbst und einander, wie Männer und/oder Frauen sind und wie sie bitte schön nicht zu sein haben?

Zu den Geschichten, die gerne geglaubt werden gehört jene: Wenn ich meinen Müll trenne, kann dieser recycelt werden. Dann ist das mit dem Müll, den ich produziere, nicht so wild…In Wahrheit werden nur neun (!) Prozent (laut Greenpeace) der weltweiten Plastikproduktion recycelt. Der Rest verschmutzt die Weltmeere, wird verbrannt oder in Gewässern und auf Deponien zu Mikroplastik zermalen. Und übrigens: schon mal was von Müllkolonialismus gehört?

Oder die Geschichte: Ich kann eh nichts tun. Das frustriert mich alles nur. Ich muss schauen, dass es mir gut geht. Ich hab genug mit der Verantwortung für mich selbst zu tun. Sollen doch erst einmal die Großen ran…

Manchmal übernehmen wir auch Geschichten von anderen Menschen.
Wir wollen sie glauben, weil sie so sehr zu unserer Sehnsucht passen, geliebt und angenommen zu werden. Das könnten z. B. die Vorstellungen des Vaters sein, was sein Kind werden soll. Nicht selten leben Kinder über viele Jahre, manchmal auch Jahrzehnte die Geschichte ihres Vaters, bis sie merken, wie unglücklich, fremd und ferngesteuert sie sich erleben.

Ich höre Geschichten, wenn Menschen sagen:

Sie werden es immer schwer haben“. Oder Geschichten, dass sie nur erfolgreich sein müssen, oder schlanker, oder jünger, oder heiler, oder emotionaler/oder weniger emotional, leidenschaftlicher, wertungsfrei oder oder oder – um mit sich in Frieden zu sein zu können…

Ich höre Geschichten, dass Menschen, die alleine sind, wohl beziehungsunfähig sein müssen—, oder dass Menschen nicht alleine sein können und deshalb in Beziehungen bleiben….

Manchmal nutzen wir Geschichten um den Kontakt zu dem was schmerzt zu vermeiden. Manchmal lassen wir uns von Geschichten zu unseren Gefühlen führen.

Wir hören Geschichten von Viren, Impfstoffen und Verantwortlichkeiten. Wir hören von Waffen und Waffenlieferungen, Besitzansprüchen, Krieg und Flucht. Recht und Unrecht, Klimakatastrophen, Hunger, Elend und Tierqual. Und auch hier hören und glauben wir, was wir eben hören und glauben (wollen).

Woran erkennen wir, dass eine Geschichte für uns wahr ist?

Welche Signale gibt es hierfür? Und welche Signale gibt es, wenn uns bewusst wird, das wir uns getäuscht haben? Was können wir wirklich wissen?

Sicher gibt es einiges nachzulesen und die Möglichkeit sich zu informieren. Doch nicht selten sind die Berichte zu einem Thema sehr unterschiedlich in ihren Blickwinkeln. „Framing“ ein Begriff, der in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat. Wie finde ich nur in dem Informationsdschungel zu meiner Wahrheit, zu „meiner“ Geschichte? Wem kann ich (ver)trauen?

Der Körper und seine Signale

Wie gut kennst du dich aus in deinem Körpervokabular? Als Frau, mit einem Faible für Körperempfindungen und KörperWAHRnehmung suche und finde ich meine Wahrheit oftmals über meine Körperreaktionen, die mir zunehmend bewusster werden. Das sogenannte Bauchgefühl. Jede:r von uns kennt es. Ob wir ihm vertrauen ist eine andere Geschichte.

Der Kopf/Geist ist in seiner Wahrnehmungsfähigkeit für Neues oft sehr begrenzend. Er orientiert sich gerne an über viele Jahre eingefahrenen (oftmals so erlernten/übernommen) Bahnen. Der Körper hingegen hat das Potential eines wahrhaftigen Spiegels, jenseits von Geschichten, wie es uns im Hier und Jetzt tatsächlich (er)geht.

Dieses Bauchgefühl ernst zu nehmen und differenzieren zu lernen, braucht je nach Biographie, Ausdauer und beharrliches Üben. Und die Erweiterung der eigenen Gefühlskompetenz, was beinhaltet, Gefühle – ob unangenehm oder angenehm, wahrzunehmen, geschehen zu lassen und mit-zu-fühlen, ohne sich damit zu identifzieren. Es braucht die Fähigkeit sich selbst so zu regulieren, dass ich mit meinen Gefühlen sein und eigenverantwortlich umgehen kann. Das ist erlernbar und braucht Zeit und Geduld.

Wenn wir wirklich wissen wollen und uns nicht über Suchtstrukturen ablenken und/oder betäuben, sind Gefühle spürbar und wegweisend, um uns wichtige Rückmeldung zu uns und den jeweiligen (oft sehr frühen) Geschichten zu geben.

Ich wünsche dir und mir ein wachsames Ergründen und allem Leben dienendes Forschen, die Bereitschaft zu staunen, sowie (neue) Möglichkeiten zur eigenen Person in Erwägung zu ziehen und ins Handeln zu kommen. Und den Mut für ein eigenverantwortliches Nachjustieren dessen, was sich nicht (mehr) stimmig anfühlt.

Gerne begleite ich dich hierzu ein (weiteres) Stück deines Weges.

 

Menschliche Grundkonflikte

Hallo Du!

Kennst du diesen Gedanken: Alle anderen bekommen „es“ hin, nur ich nicht. Warum fühlt sich mein Leben nur so herausfordernd an?

Wir gestalten unser Leben (auch) anhand von offenen oder unterschwelligen Botschaften und Überzeugungen, die wir früh in unserem Leben über Beziehungen verinnerlicht haben. Auch wie wir die Bindung mit unseren Eltern und/oder Bezugspersonen erlebt haben gehört dazu.

Wenn wir uns in einem wichtigen Lebensbereich dauernd erfolglos anstrengen, kann es hilfreich sein zu fragen, ob diese Anstrengungen etwas mit solchen Botschaften zu tun haben.

Was auch immer dieses „es“ sein mag, wofür wir uns so anstrengen – das Phänomen selbst erleben viele Menschen. Oder anders ausgedrückt: Du bist nicht allein damit!

In meiner Tätigkeit als Körpertherapeutin in der psychosomatischen Klinik Bad Grönenbach bekomme ich gelegentlich Hintergrundwissen zu solchen menschlichen Konfliktthemen, und ich stelle fest, dass theoretisches Wissen durchaus entlastend wirken kann. Es hilft mir, tieferes Verständnis für meine inneren Aus-einander-setzungen zu entwickeln. Und es hilft mir, mein Mitgefühl für mein Menschlich-sein zu vertiefen. Ich bin weniger streng mit mir und fokussiere mich darauf, mich nach hause zu lieben. Mit all dem, was ich an Schattenseiten und Unzulänglichkeiten in mir entdecke.

Unvollkommen – vollkommen. Mensch, mit Lust auf mehr.

In diesem Sinne also etwas Theorie über menschliche Grundkonflikte, wie sie in der „Operationalisierten Psychodynamischen Diagnostik“ (OPD) aufgeführt sind. Den folgenden Text habe ich dem Wikipedia-Artikel „Grundkonflikte nach psychodynamischer Betrachtungsweise“ entnommen.

Die psychodynamische Betrachtungsweise sieht die Grundkonflikte als Bestandteil der menschlichen Entwicklung unter dem Blickwinkel der Konfliktverarbeitung. Dabei unterscheidet die OPD acht unbewusste Konflikttypen….. Eine eindeutige Zuordnung eines Menschen zu einem einzigen Konflikttypus ist allerdings oft nicht möglich, weil häufig mehrere Grundkonflikte noch unzureichend bewältigt wurden.

1. Abhängigkeit vs. Individuation: Im einen Extrem würde ein Mensch mit diesem Grundkonflikt eine Abhängigkeit erzeugende Beziehung suchen als „willkommene Abhängigkeit“, im anderen Extrem dagegen eine emotionale Unabhängigkeit aufbauen und die Bindungswünsche unterdrücken.

2. Unterwerfung vs. Kontrolle: Im einen Extrem nimmt der Mensch die Gegebenheiten hin als Schicksal, dem er sich fügt, dabei sind Erleben und Verhalten geprägt von Gehorsam und Unterwerfung. Im anderen Extrem bestimmen Kontrolle und Auflehnung („Bekämpfen“) das Erleben und Verhalten.

3. Versorgung vs. Autarkie: Im einen Extrem führen Versorgungs- und Geborgenheitswünsche zu starker Abhängigkeit, und der Mensch wirkt passiv und anklammernd. Im anderen Extrem nimmt der Mensch keine Hilfe an und wehrt die Wünsche nach Hilfe ab, indem er sich als anspruchslos darstellt. In einer altruistischen Konfliktverarbeitung bekommen Andere die Versorgung, nach der er sich selbst unbewusst sehnt.

4. Selbstwert vs. Objektwert: Es bestehen Selbstwertkonflikte, die im einen Extrem als Minderwertigkeit erlebt werden, während andere aufgewertet oder idealisiert werden. Im anderen Extrem werden kompensatorische Anstrengungen erbracht, die das Selbstbild bis hin zum Größenwahn stützen, während andere abgewertet werden.

5. Über-Ich- und Schuldkonflikte: Im einen Extrem führt die Schuldübernahme bis zur masochistischen Unterwerfung. Im anderen Extrem sieht der Mensch die Schuld nur beim anderen, wobei ihm jegliche Form eines eigenen Schuldgefühls fehlt.

6. Ödipal-sexuelle Konflikte: Im einen Extrem nimmt der Mensch seine Erotik und Sexualität nicht wahr, im anderen Extrem bestimmt sie alle Lebensbereiche, ohne dass eine Befriedigung gelingt. Dies meint nicht sexuelle Funktionsstörungen anderer Herkunft.

7. Identitätskonflikte: Bei sonst hinreichenden Ich-Funktionen übernimmt der Mensch die Geschlechts-, Rollen oder Gruppenidentität anderer oder überspielt die Identitätsambivalenz kompensatorisch.

8. Fehlende Konflikt- und Gefühls-Wahrnehmung: Bei diesem Grundkonflikt werden Konflikte, Gefühle und Bedürfnisse bei sich und anderen nicht wahrgenommen, oder sie werden durch sachlich-technische oder philosophische Beschreibungen ersetzt.

Meine Seminare sind keine psychodynamische Therapie. Sie sind Forschungsräume und eine Möglichkeit, Neues über dich selbst zu erfahren und dein Mitgefühl für dich selbst zu vertiefen. Zwei Seminare lege ich dir besonders an Herz: „Heilsames für dein inneres Kind“ und „LIEBESDINGE“.

In „Heilsames für dein inneres Kind“ geht es um den heilsamen Kontakt mit dem verletzten, inneren Kind in uns und wie es unsere Beziehungsfähigkeit beeinflusst. „LIEBESDINGE“ ist ein Seminar zu Intimität, Selbstliebe und Beziehungsfähigkeit.

Gerne begleite ich dich ein (weiteres) Stück deines Weges.

Herzliche Grüße

SAbine

Berührung und Traumaheilung

In der psychosomatischen Klinik Bad Grönenbach, wo ich seit einigen Jahren als Körpertherapeutin/Physiotherapeutin mitarbeite, erlebe ich täglich, wie hilfreich und unterstützend meine von mir entwickelte Form der Berührung für Menschen sein kann.

Ein Text dazu von Dami Charf:

Berührungen sind essentiell wichtig für uns. In der Psychologie nennt man das Co-Regulation.

Schauen wir uns kleine Kinder an, die traurig sind oder Schmerzen haben, dann können wir sehen, mit welcher Selbstverständlichkeit sie sich Trost über Körperkontakt holen.

Ist das aber irgendwann in unserem Leben mal mit Gefahr verbunden gewesen oder wir hatten das Gefühl, dass wir nicht gemeint oder der Kontakt für das Gegenüber unangenehm war, dann speichert sich diese Erfahrung als tiefe Überzeugung in uns ab. Das kann dazu führen, dass wir auf der einen Seite eine Sehnsucht fühlen und gleichzeitig eine starke Abwehr gegen Berührungen haben.

Dieser innere Konflikt lässt sich nur langsam auflösen. Dazu brauchen wir den Mut, wieder zu vertrauen und uns auch auf diese Art von Begegnung einzulassen, um neue Erfahrungen zu machen.

Das geht nur in kleinen und behutsamen Schritten und wir müssen uns Zeit nehmen, auch kleine Berührungen wirklich im Körper zu spüren.

Dami Charf, Heilpraktikerin und Traumtherapeutin

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Die von mir entwickelte MASSAGE-AUSBILDUNG * SOUL TOUCH basiert auf traumasensiblen Grundlagen. Dabei geht es weniger darum eine Massage-Technik zu erlernen, als darum Berührung so dosieren zu lernen, dass sich die Seele des berührten Menschen gemeint fühlt.

Über diesen tiefen, achtsamen Kontakt können neue, heilsame Verknüpfungen entstehen. Und der berührte Mensch kann (vielleicht das erste Mal in ihrem Leben) erfahren, wie es sich anfühlt im eigenen Körper zuhause und willkommen zu sein.

Die Ausbildung startet am 2. März 2023.

Infos und zur Anmeldung: Hier

Wie im Innen so im Außen

Hallo Du!

Es ist schon ein paar Jahre her, dass ich einen Aufkleber geschenkt bekommen habe auf dem folgendes steht:

„If what you seek you find not within – you will never find it without.“
(„Wenn du im Innen nicht findest, was du suchst – wirst du es niemals im Außen finden.“)

Seither begleitet mich diese Aussage und sie ist für mich aktueller denn je.

Wo suche ich Frieden?

Wie vermutlich viele bin auch ich in den letzten Wochen mit dem Thema Krieg befasst. Betroffen davon, zu was wir Menschen fähig sind habe ich in meiner Not meine Aufmerksamkeit nach Innen gerichtet. Dabei wurde mir bewusst, wie oft ich Krieg in mir selbst führe. Wieviel innerer Krieg mich durch mein bisheriges Leben begleitet hat und dass es an der Zeit ist mich auf den Weg zu machen, innere Kriege zu beenden und mir selbst mit weniger Feindseligkeit zu begegnen.

Passend dazu hat mich Vivian Dittmar zu einer inneren Arbeit inspiriert, die ich in den letzten Monaten intensiv praktiziere. Ich bin mir selbst deutlich zugewandter und dadurch ruhiger in mir. Es ist eine tagtägliche Praxis: raus aus der Identifizierung mit schmerzhaften Gefühlen bei gleichzeitiger Bereitschaft mir Zeit zu nehmen, um innezuhalten und zu fühlen und mich von dem was schmerzt berühren zu lassen.

Der Weg, für den ich mich entschieden habe, geht vom Mitleiden und dem Wunsch nach einer:m Retter:in, hinein in mein Mitgefühl. Dadurch merke ich, dass sich etwas tief in mir entspannt. Ich werde weicher, es wird spürbar friedlich in mir und ich staune jedes Mal. Für mich sind das Wunder und ich gewinne an Zuversicht. Was mir auffällt und mich freut ist, dass spürbar Energie frei wird, die ich plötzlich für mein Leben und für das, was für mich von Bedeutung ist und mir am Herzen liegt zur Verfügung habe.

Kann ich dann mit all diesen Erfahrungen im Gepäck meiner Berufung folgen und Menschen begleiten – wie zuletzt beim 5. Modul des Frauenjahrestrainings, wird deutlich, dass diese tiefe Arbeit mein Beitrag für Frieden, Verbundenheit und Heilsames unter uns Menschen, für alle Wesen und für diesen Planeten ist. Das ist mir eine Herzensangelegenheit.

Ich bin davon überzeugt, dass jede:r von uns einzigartige Schätze in sich trägt, die einem nachhaltigen Frieden und Miteinander im Außen zuträglich und sogar wichtig sind. Jede:r!
Und ich bin davon überzeugt, dass diese Schätze über innere Arbeit geborgen werden können und es sich lohnt hierfür Zeit und Geld zu investieren.

In diesem Sinne freue mich auf das nächste Seminar, dass ich ab dem 12. April für eine Woche als Teilnehmerin erleben werde, und über jeden einzelnen Menschen, der sich von meinen Schätzen gerufen fühlt.

Gerne begleite ich dich ein (weiteres) Stück deines Weges.

Foto zu LIEBESDINGE: Graue Betonplatten von oben gesehen. Das Wort 'Liebe' steht in Gelb darauf gesprüht. Die Fotografin steht vor dem Wort und fotografiert ihre Füße, die in Turnschuhen vor dem Wort stehen.

LIEBESDINGE

Hallo Du!

Foto zu LIEBESDINGE: Graue Betonplatten von oben gesehen. Das Wort 'Liebe' steht in Gelb darauf gesprüht. Die Fotografin steht vor dem Wort und fotografiert ihre Füße, die in Turnschuhen vor dem Wort stehen.

Dieser Blogbeitrag ist einem neuen Projekt und lang gehegten Wunsch gewidmet:

NEU: LIEBESDINGE – ein Jahrestraining für Menschen, das Heiner Pithan und ich gemeinsam ab März 2023 anbieten.

Einen Vorgeschmack bieten wir vom 30. Juni bis 3. Juli 2022 im Sonnentor Seminarhaus/Allgäu an. Informationen zu diesem Seminar und zu den Terminen des Jahrestrainings findest du hier.

LIEBESDINGE wird eine praxisorientierte Fortbildung zu Themen wie:

  • Zu lieben ist ein menschliches Grundbedürfnis.
  • Wieviel kostbares Potential liegt in unseren Händen und deren Berührung. (Ohne eine Massagetechnik zu verwenden).
  • Intelligenz und pure Freude im eigenen Körper.
  • Wie können wir inneren Druck reduzieren und wie kann unser Herz mit unseren unterschiedlichsten Gefühlen entspannen?
  • Wie könnte ein achtsamer Umgang mit sich selbst und anderen aussehen?
  • Wie fühlt es sich an, sich hinzugeben und in der Vielfalt der eigenen Lebendigkeit willkommen zu sein?
  • Was braucht es, damit Kontakt entstehen kann? Und wie kannst du dich dabei unterstützen?
  • Was ist Intimität? Wie Intimität möglich wird und dass sie weder Nacktheit noch Sex bedeuten muss.

LIEBESDINGE:
» ein Begegnungsraum » eine Liebesschule
» für Authentizität » Menschlichkeit » Eros und Kreativität
» für dein Leben in Kontakt und Leidenschaft

Gerne begleite ich dich ein (weiteres) Stück deines Weges.

Herzliche Grüße
SAbine

Das Foto stammt von Verena Hehn auf Unsplash

Sekundärgefühle und Emotionen

Hallo Du!

Wie auch im vergangenen Jahr bewegt mich weiterhin auf vielschichtige Art und Weise das Thema Emotionen und Gefühle.

Neulich in einer der Fallbesprechungen in der Psychosomatischen Klinik, wo ich seit über vier Jahren als Körpertherapeutin mitarbeite, fiel in einer Besprechung der Begriff: „Sekundärgefühl“. Es ging um die Wut eines Klienten, hinter der sich wohl etwas anderes verbirgt.

Ich habe in dieser sekundären Wut etwas von mir wiedererkannt und daraus ist der Impuls entstanden, dies in einem Newsletter mit dir zu teilen.

Vor kurzem erst war die Frage in mir aufgetaucht: „Was ist eigentlich hinter meiner Wut?“ Was wäre, wenn die Wut die ich zur Zeit so oft in mir wahrnehme, gar nicht das ist, worum es eigentlich geht? Könnte es sein, dass ich durch meine Wut den Kontakt mit etwas verhindern will, dass mich in der Tiefe zu sehr schmerzen und mich überwältigen könnte?

Sekundärgefühle

Sekundärgefühle sind Ersatzgefühle. Sie sind sozusagen vor das eigentliche Gefühl geschoben, um das jeweilige Primärgefühl nicht spüren zu müssen und zu verbergen. Insofern dienen sie zur Manipulation und Ablenkung. Da jedoch das Primärgefühl im Sekundärgefühl enthalten ist, ist das Sekundärgefühl immer zusammengesetzt bzw. ein Gemisch aus beidem.

Bei den einen liegt die Trauer als sekundäres Gefühl vor ihrer Wut, bei anderen die Wut vor der Trauer. Oder die Angst als sekundäres Gefühl vor der Wut. Oder die Wut vor der Angst. Es gibt viele Varianten und immer geht es um etwas, wovor wir Angst haben – Angst vor Überforderung, Angst vor Schmerz der uns überwältigen könnte, den zu fühlen wir vermeiden wollen.

Erkennst du hierin etwas von dir?

Viele von uns nutzen in bestimmten Situationen unbewusst sekundäre Gefühle. Das, worum es eigentlich geht, bleibt unerkannt und unerlöst, da es weiterhin verdrängt bleibt und somit unterbewusst weiter vor sich hin köchelt.

Vivian Dittmar schreibt dazu: „Starke Gefühle die schwierige Situationen hervorrufen, landen oftmals in unserem emotionalen Rucksack. Verdrängt und gehalten über unseren emotionalen Schließmuskel.“

Das funktioniert oftmals eine Weile ganz gut. Jedoch nur, bis wir einem entsprechend starkem Auslöser begegnen, um dann unverhältnismäßig heftig zu platzen („Ich wollte das nicht! Ich weiß nicht, was mit mir geschehen ist…“).
Das Problem dabei ist: Über das unkontrollierte Ausagieren eines Gefühls – in meinem Beispiel Wut – verhindern wir, das zu bekommen, was wir eigentlich bräuchten: Kontakt über Verständnis und Zuwendung. Wir stoßen Menschen über die Wucht des emotionalen Ausbruchs von uns weg, obgleich wir uns eigentlich danach sehnen, verstanden zu werden und Mitgefühl zu erfahren. Der tiefe Wunsch ist, mit unserem Schmerz gesehen zu werden, willkommen zu sein, und vielleicht in Liebe gehalten und umarmt zu werden, um Altes betrauern zu können. Wenn wir dazu jedoch in der Vergangenheit keine guten Erfahrungen gemacht haben, fühlt sich genau das (zu) riskant und (zu) gefährlich an.

Wutenergie, die als abwehrender Angriff eingesetzt wird, sorgt für Trennung und verhindert das über Kontakt neue, heilsame Erfahrungen gemacht werden können. Die Menschen ziehen sich von uns zurück, schützen sich, gehen auf Abstand. Wir haben Vertrautes reinszeniert: wieder einmal ist niemand da. Wieder einmal hat sich ein Lebensgefühl bestätigt, das vielleicht schon in früher Kindheit entstanden ist: überwältigt und allein zu sein. Der emotionale Rucksack (Vivian Dittmar: Der emotionale Rucksack) hat ein Paket dazu bekommen.

Was gibt es zu lernen? Was und wie kann Heilsames geschehen?

Früher oder später geht es darum, sich der eigenen Verwundung und Verwundbarkeit Schicht um Schicht, Päckchen für Päckchen, mitfühlend zu stellen. Und zu lernen, mit diesen Emotionen (Altlasten) verantwortlich umzugehen. Du und ich – wir alle, haben unsere Verwundungen. Und wir treffen zielsicher auf genau jene Menschen, die uns daran erinnern, dass es da Heilzeit in und mit uns braucht. Vivian Dittmar drückt es so aus: „Wir haben unbewusst ein permanentes Casting laufen, um Menschen und Situationen zu identifizieren, die uns genau dabei unterstützen können, an unsere Ladungen zu kommen.“

Mitgefühl für sich selbst zu entwickeln braucht Mut und Bewusstheit um aus Sekundärgefühlen und Projektionen auszusteigen und innerlich dorthin zu gehen, wo es schmerzt. Die erlebten Ent-täuschungen fühlbar werden zu lassen (Mitgefühl), ohne dabei in der Rolle von Opfer (Selbstmitleid) oder TäterIn (Projektion auf mein Gegenüber) zu landen.

Die Verantwortung für die eigenen Gefühle zu übernehmen kann durchaus beinhalten, dass wir genau in dieser Verantwortlichkeit auch Hilfe brauchen – Hilfe im Sinne von: „Ich sehe dich, ich höre dich, ich fühle mit dir.“ Das bedeutet jedoch auch zu lernen, den emotionalen Schließmuskel (siehe Vivian Dittmar: Der emotionale Rucksack) adäquat zu steuern. Und das beinhaltet nicht nur die Fähigkeit den emotionalen Schließmuskel (Herz und Körper) zu schließen, sondern auch zu öffnen. Es geht um die innere Erlaubnis und Bereitschaft Emotionen zu fühlen.
 
Für (d)ein Leben in Kontakt und Leidenschaft.

Gerne begleite ich dich dabei ein (weiteres) Stück deines Weges.

Alleinsein

Erlaube dir,
allein zu sein.
Allein mit deinem Herzschlag,
wie die Schleie am Grund des Sees
und der Siebenschläfer in seiner Höhle,
umschlossen von einer Welt,
die sich um das Wesentliche kümmert.

Allein mit deinen Gedanken,
die unausgesprochen in dir überwintern,
um eine Weile zu ruhen
und neue Kräfte zu sammeln,
bevor sie kommende Weiten bereisen.

Erlaube dir,
allein zu sein.
Allein mit allem Unfertigen
und Ungetrösteten,
das wie Gräser unter Raureif
empfindsam und zerbrechlich ist
und deiner Behutsamkeit bedarf.

Allein mit tiefer Stille,
die dich bewohnt,
dich durch die Jahreszeiten trägt
und dir die Schönheit aller Dinge
wie ein Geschenk in dein Alleinsein legt.

von Giannina Wedde aus dem Buch: In winterweißer Stille
(sehr empfehlenswert)

Kontakt und Körper-Ressourcen

Hallo Du!

Ich habe vor ein paar Tagen eine – im Sinne des Wortes, spannende Entdeckung gemacht. Meine hilfreiche Lehrerin, die dies ermöglicht hast war – wieder einmal – mein Körper.

Zunehmend plagt mich die aktuelle Situation. Wie vermutlich viele von uns komme ich in Kontakt mit Ohnmacht, die Angst in mir auslöst, Wut, Traurigkeit und Schmerz. Es gibt Phasen, in denen ich mich fühle, als würde kein Stein mehr auf dem anderen sitzen – und vermutlich ist es auch so.

In letzter Zeit fühlte ich mich zunehmend erschöpft. Meine Muskeln taten mir weh, der Kopf schmerzte, voll von verstörenden Gedanken. Ich versuchte mich auszuruhen, bekochte mich mit wertvoller Nahrung, bereitete mir Leber-Wickel, ging hinaus in die Natur und fühlte mich trotz alle dem gefangen und blockiert – getrennt von meiner Quelle.

Ein nährendes Telefongespräch mit einer von Herzen zugewandten Freundin konnte mich in meiner Befangenheit berühren. (Polyvagal Theorie – die regulierende Kraft sozialer Kontakte). Ich schlief tief in der folgenden Nacht und hatte am nächsten Morgen erstmalig wieder den Impuls mich meiner morgendlichen Körperpraxis zuzuwenden.

Und jetzt kommt das, was ich mit dir eigentlich teilen möchte:

Als ich mit meiner Körperpraxis begann, war ich so steif, wie schon lange nicht mehr. Ich konnte erkennen, wie mein Körper über die aktuelle Situation in einer Schutzreaktion – der Erstarrung (Polyvagal-Theorie) gelandet war. Und mir wurde bewusst, wie ich trotz dieser Erstarrung in den letzten Tagen (vermutlich auch schon Wochen) versuchte weiter zu funktionieren, was mir verständlicherweise viel Kraft gekostet hat.

In meiner Körperpraxis fing ich an mich sanft in einem sicheren Bewegungsraum hineinzufinden. Behutsam, freundlich und mir zugewandt. Ganz allmählich wich die Starre und mein Körper wurde wieder durchlässiger, die Bewegungen weicher und größer. UND – mein Allgemeinbefinden veränderte sich innerhalb kurzer Zeit so zum Positiven, dass mir voller Überraschung und Dankbarkeit Tränen der Erleichterung kamen.

All die Spaziergänge in der Natur, das Zulassen meiner Gefühle, die Versuche mich damit zu entspannen, die Gespräche, die kultivierten Ruhephasen, die warmen Duschen und Wickel konnten mir da alleine nicht raus helfen….

Aus dieser Erfahrung heraus möchte ich dich ermutigen, gerade in dieser Zeit, eine regelmäßige Körperpraxis zu pflegen.

Meine Idee dazu ist, einmal wöchentlich ein gemeinsames Treffen per Zoom anzubieten, um dir die Möglichkeit zu geben, mit Hilfe dieser Inspiration selbstständig unter der Woche weiter praktizieren zu können.

Neben der Inspiration zur Körperpraxis, hat die Erfahrung der Körperseelenzeit am Freitagabend erstaunlicherweise gezeigt, dass die Teilnehmenden trotz Zoom einen *gemeinsamen* Raum erleben und die Anwesenheit der anderen/die Gruppe als Ressource wahrnehmen und schätzen. Und das, obwohl jede*r in seine/ihre eigene Körperseelenzeit an einem anderen Ort eintaucht und oft hunderte Kilometer zwischen uns sind.

All dies hat mich dazu bewogen mein Online-Angebot – für manche auch unter dem geflügelten Begriff: „Sabine für Zuhause“ bekannt, ab sofort auf ein weiteres Angebot auszudehnen:

Sonntags um 9 Uhr – Die Körperseelenzeit „fit“.

Du bist herzlich eingeladen mit dabei zu sein.

Um dir rechtzeitig die Zugangsdaten zusenden zu können, bitte ich deine erstmalige Anmeldung am Vorabend bis 22 Uhr an mich geschickt zu haben. Bist du einmal in dem Körperseelenzeit-Verteiler für sonntags, erhältst du automatisch die Info zur nächsten Körperseelenzeit.

Ich werde mich (wie bereits zu Teilen in der Körperseelenzeit am Freitag Abend), unter anderem auf Grundlage der Polyvagal-Theorie für diese Körperseelenzeit vorbereiten.
Im Fokus dieser Körperseelenzeit „fit“ liegt dabei nicht nur der lösende, entspannende Aspekt, sondern auch stärkende Sequenzen, die Teil dieses Online-Angebots von mir sein werden.

Das Ziel hierbei ist, ausgleichend auf das autonome Nervensystem zu wirken:

  • Für Kraft, Stabilität und Zentrierung, verbunden mit Geschmeidigkeit – jenseits von Erstarrung.
  • Für ein beheimatet und verankert sein im eigenen Körper, über ein wohliges Körpererleben.
  • Für einen gemeinsamen, guten Start in den Sonntag. 

Solltest du mehr über den Hintergrund der Polyvagal-Theorie wissen wollen, empfehle ich das Buch von Stephen W. Porges: Die Polyvagal-Theorie und die Suche nach Sicherheit und Bindung von uns Menschen als soziale Wesen.

Mögen wir immer wieder hilfreiche Ressourcen erinnern, finden und daraus erwachsen, in Zeiten der Veränderung.

Gerne begleite ich dich ein (weiteres) Stück deines Weges.

Für (d)ein Leben in Kontakt und Leidenschaft.

Herzliche Grüße

SAbine

Bedürfnisse und Wutkraft

Hallo Du,

kennst du das? Du bemerkst einen Wunsch – ein Bedürfnis in dir, bringst ihn in Ausdruck und wenn dein Gegenüber gerade nicht dazu bereit ist dir diesen Wunsch zu erfüllen, bricht eine kleine Welt in dir zusammen und der innere Kampf beginnt…

Möglicherweise kommst du in Kontakt mit dem Gefühl: Scham. Vielleicht, weil du in der Vergangenheit erfahren hast, dass deine Bedürfnisse nicht okay sind? Vielleicht, weil du in einem Umfeld aufgewachsen bist, wo die Bedürfnisse deiner Bezugspersonen im Vordergrund standen und es keine freien Kapazitäten mehr gab für dich und deine Bedürfnisse? Und vielleicht hast du daraus den Schluss gezogen, dass deine Bedürfnisse nicht wichtig sind.

Vielleicht hast du dann irgendwann entschieden, zukünftig alles selber zu machen, deine (scheinbare) Unabhängigkeit/Autonomie zu kultivieren, um dich möglichst nie mehr so ausgeliefert zu fühlen und den damit im Zusammenhang stehenden Schmerz zu vermeiden? Vielleicht folgte aus all dem ein innerer Schwur: „Nie wieder!“, da der Schmerz damals so unerträglich war und deine Welt zum einstürzen bringen konnte…

Vielleicht ist in all dem bei dir gelandet: „Ich bin nicht okay!“ und dieser Satz wirkt als toxische Scham seither in dir, immer dann, wenn es darum gehen könnte, Bedürfnisse wahrzunehmen und in Beziehung zu bringen…

Sollten wir nun mit dieser Vorgeschichte trotzdem mal wagen ein Bedürfnis zu äußern, gibt es wenig Handlungs- und Reaktionsspielraum für unser Gegenüber, denn wenn wir uns unserer inneren Verletzung und der damit verbundenen Not nicht bewusst sind, neigen wir dazu, über Manipulation unser Gegenüber in einen Erwartungsdruck zu bringen – und das Drama nimmt seinen Lauf.

Was gibt es zu lernen?

  • Anzuerkennen, dass es da eine Verunsicherung gibt.
  • Mitgefühl und Selbstliebe entwickeln. Wohlwollende, emphatische Zugewandheit für sich selbst.
  • Lernen die Verantwortung im Hier und Jetzt zu übernehmen, was heißen könnte, nicht das Gegenüber verantwortlich zu machen und sich Zeit zu nehmen um sich selbst zu regulieren.
  • Üben, die eigenen Bedürfnisse zu würdigen. Immer und immer wieder. Oder anders gesagt: Den eigenen Bedürfnissen ihre Würde zurück zu geben.
  • Zu üben, Bedürfnisse wahrzunehmen und auszudrücken, unabhängig davon, ob sie von meinem Gegenüber erfüllt werden können oder nicht.
  • Risikobereitschaft bei Zunahme der Selbstregulationsmöglichkeiten. (Resilienz).

Was braucht es dazu?

Es braucht eine innere Bereitschaft zur Veränderung. Und diese braucht WUTENERGIE.

Vielleicht wunderst du dich jetzt, warum ausgerechnet Wutenergie?

Wut ist die Kraft in uns, die Entwicklung und Veränderung möglich macht, wenn sie konstruktiv eingesetzt wird. Raus aus dem niederen Drama: Opfer, Täter*in, Retter*in, hinein in die Selbstermächtigung und Eigenverantwortung um notwendige Heilschritte zu machen. Es braucht Wutkraft, um aus destruktiven, sich selbst limitierenden Gewohnheiten auszusteigen.

Wutkraft, die nicht gegen etwas gerichtet, sondern für – in diesem Beispiel, für die Würdigung der eigenen Bedürfnisse, genutzt wird.

Das nächste Seminar zum Thema:
Wut – eine Herzensangelegenheit!
findet vom
18.-21. November 2021 in der Schweiz statt.
Es sind kurzfristig wieder zwei Plätze frei geworden. Solltest du einen Ruf verspüren dieses wichtige Thema in dir zu bewegen, dann sei herzlich willkommen.

Gerne begleite ich dich ein (weiteres) Stück deines Weges.

Herzensgrüße

SAbine