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Blog für Inspirationen

Abenteuer weibliche Lust

8. Modul: Abenteuer weibliche Lust – Abschluss des FJT

**neu Wir beginnen in diesem Modul am Donnerstag bereits um 10:30 Uhr. Nach eigenem Ermessen besteht die Möglichkeit am Vorabend anzureisen.**

In diesem Intensivseminar wollen wir uns auf die Entdeckungsreise zur weiblichen Lust machen und uns für sie öffnen. Wir wollen allen Farben und Schattierungen der weiblichen Lust begegnen. Ein uneingeschränktes JA zum Orgasmus, sich zu öffnen und sich hinzugeben.

Mit Hilfe von achtsamen Übungen wollen wir einen Zugang zur eigenen weiblichen Kraft finden, die sexuelle Kraft als Lebensenergie entdecken und nutzen lernen. Jede Frau trägt Weisheit, Lust und Kraft von Natur aus in sich und wir wollen das Verständnis für die weibliche Natur vertiefen.

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Wir wollen die Vielfalt unserer Lust entdecken – die pure Lebenslust: Lust auf Lust, auf Bewegung, Wildheit, Ekstase, sanfte, kaum fühlbare Geilheit, stille Lust, Wasserfall-Lust, Lust auf Chaos, Hingabe, Verschmelzung, Lust auf Leichtigkeit, Verspieltheit, Verrücktheit, Sinnlichkeit, laute und leise Lust, Knurren und Schnurren, Fließen und Strömen, Lust auf deine Zeit, Lust auf Leben. Wir lernen, genauer hinzuhören, zu lauschen und uns auf das Abenteuer weibliche Lust einzulassen.

Und, wir werden in diesen Tagen unser Frauentrainingsjahr abschließen. Wir feiern das Frau-Sein jeder einzelnen Frau, den persönlichen Rückblick und die zu Ende gehende gemeinsame Zeit.

Eine Fabel: Vom Adler, der sich für ein Huhn hielt

Ein Mann ging in einen Wald, um nach einem Vogel zu suchen, den er mit nach Hause nehmen konnte. Er fing einen jungen Adler, brachte ihn heim und steckte ihn in den Hühnerhof zu Hennen, Enten und Truthühnern. Und er gab ihm Hühnerfutter zu fressen obwohl er ein Adler war, der König der Lüfte.
 
Nach fünf Jahren bekam der Mann den Besuch eines naturkundigen Mannes. Und als sie miteinander durch
den Garten gingen, sagte der naturkundige Mann: „Der Vogel dort ist kein Huhn, er ist ein Adler!“ „Ja“, sagte der Mann, „das stimmt. Aber leider habe ich ihn zu einem Huhn erzogen. Er ist jetzt kein Adler mehr, auch wenn seine Flügel drei Meter breit sind.“
 
„Nein“, sagte der andere, „er ist noch immer ein Adler, denn er hat das Herz eines Adlers. Und das wird ihn hoch hinauffliegen lassen in die Lüfte“. „Nein, nein“, sagte der Mann, „er ist jetzt ein richtiges Huhn und wird niemals fliegen.“
 
Daraufhin beschlossen sie eine Probe zu machen. Der naturkundige Mann nahm den Adler, hob ihn in die Höhe
und sagte beschwörend: „Adler, in Dir schlägt das Herz eines Adlers, der dem Himmel gehört und nicht der Erde: Breite Deine Schwingen aus und fliege!“ Der Adler saß auf der hoch gestreckten Faust und blickte um sich. Hinter sich sah er die Hühner nach ihren Körnern picken, und er sprang zu ihnen hinunter und pickte mit ihnen Körner.
 
Der Mann sagte: „Ich habe Dir gesagt, es ist ein Huhn!“
„Nein“, sprach der andere, „er ist ein Adler. Versuchen wir es morgen noch einmal.“
 
Am anderen Tag stieg er mit dem Adler auf das Dach des Hauses, hob ihn empor und sagte: „Adler, in Dir schlägt das Herz eines Adlers, der dem Himmel gehört und nicht der Erde: Breite Deine Schwingen aus und fliege!“ Aber als der Adler die scharrenden Hühner im Hof erblickte, sprang er abermals zu ihnen und scharrte mit ihnen.
 
Da sagte der Mann wieder: „Ich habe Dir gesagt, es ist ein Huhn.“ „Nein“, sprach der naturkundige Mann, „er ist ein Adler und hat das Herz eines Adlers. Laß es uns noch ein einziges Mal versuchen.“
 
Am nächsten Morgen erhob er sich früh, nahm den Adler und brachte ihn hinaus aus der Stadt, weit weg von den Hühnern, auf den Gipfel eines hohen Berges. Die Sonne ging gerade auf, sie vergoldete den Gipfel des Berges, jede Zinne erstrahlte in der Freude eines wundervollen Morgens. Er hob den Adler hoch und sagte zu ihm: „Adler, Du bist ein Adler, in Dir schlägt das Herz eines Adlers, breite Deine Schwingen aus und fliege!“ Der Adler blickte umher, zitterte, als erfülle ihn neues Leben – aber er flog nicht.
 
Da ließ ihn der naturkundige Mann direkt in die Sonne schauen. Und plötzlich durchfuhr es ihn. Er breitete seine gewaltigen Flügel aus, erhob sich mit dem Schrei eines Adlers, flog höher und höher und kehrte nie wieder zurück.
 
(Nach einer Fabel aus Ghana)

Die fünf Freiheiten

Die Freiheit, das zu sehen und zu hören, was im Moment wirklich ist, anstatt das, was sein sollte, gewesen ist oder erst sein wird

Die Freiheit, das auszusprechen, was ich wirklich empfinde und denke und nicht das, was von mir erwartet wird

Die Freiheit, zu meinen Gefühlen zu stehen und nichts anderes vorzutäuschen

Die Freiheit, um das zu bitten, was ich brauche, anstatt immer erst auf Erlaubnis zu warten

Die Freiheit, in eigener Verantwortung Risiken einzugehen,
anstatt immer auf Nummer sicher zu gehen und nichts Neues zu wagen.

Virginia Satir (Begründerin der systemischen Familientherapie)

 

Impulse versus Konzepte

Impulse versus Konzepte finde ich gerade ein spannendes Thema. Eigene Impulse im Jetzt wahrnehmen und ihnen vertrauen – im Gegensatz zum verhaftet sein in Erkenntnissen aus früheren (anderen) Situationen, die – zu Konzepten erhoben – das Potential haben, mich zu blockieren.

Kennst Du das auch?                              Bilder, Ideale, festgefahrene Vorstellungen und Prägungen, die deiner Lebendigkeit und dem Abenteuer Leben im Wege stehen und, so erlebe ich es, der Nährboden sind für zunehmende Unzufriedenheit?

Oft wird im Kontext meiner Arbeit von „Tantra“ gesprochen. Die Bilder und Vorstellungen die es dazu gibt haben oft nicht viel mit dem tantrischen Weg zu tun, und schneller als gedacht ist das nächste Konzept entstanden.

Nicht wissen – und davon viel – und es wagen, sich in den Moment hinein zu geben – sich einlassen, mitschwingen. Eigene Impulse, die im Jetzt entstehen wollen, wahrnehmen und zulassen können,  mit Vertrauen forschen und Verantwortung übernehmen lernen. Erstaunliches wird möglich. All dies ist in meinem Verständnis ein essentieller Teil des tantrischen Heil- und Entwicklungsweges.

Und auch das Potential der Wutkraft taucht hier wieder auf. Um Impulse verantwortlich zu leben, braucht es unser Feuer, den Zünder Wut (Texte dazu unter: sabine-schroeder-seminare.de/blog/wut/ sowie .sabine-schroeder-seminare.de/blog/liebe-und-wut/).

Gepaart mit der Fähigkeit körperlich anwesend (berührbar), durchlässig und gleichzeitig verankert zu sein.

Vielleicht magst du gleich jetzt dazu ganz praktisch forschen?
Was kannst du in deinem Körper wahrnehmen, was passiert in dir, wenn du in dir den Begriff „Konzept“ spürbar werden lässt? Und im Gegenzug: Was kannst du in dir wahrnehmen bei dem Begriff „Impuls“?……

In meiner Arbeit, bei der Begleitung (in meinen Seminaren oder bei der Einzelbegleitung) gelingt es mir  erstaunlich leicht die Impulsen im Hier und Jetzt wahrzunehmen und ihnen zu vertrauen. So kann Großartiges entstehen – in dem ich aus dem Weg gehe und gleichzeitig wach und interessiert im Moment anwesend bin.
Privat hakt es da des öfteren und ich stehe mir mit meinen Konzepten (sehr tricky), die ich oft unbewusst über meine Ängste gestülpt habe und mit meiner Rigidität selbst im Weg.

Und… hin und wieder gibt es einen Schubs vom Leben und erstaunliche neue Dynamiken entstehen.

In meinem Fall heißt das, das ich nach knapp 12 Jahren München verlassen werde, um wieder ins Allgäu zu ziehen. Einen Tag, nachdem ich die Entscheidung getroffen hatte, findet sich mein zukünftiges Zuhause. Impuls um Impuls schaukelt mich mein Leben in meine Spur und macht Erstaunliches möglich.

Ich freue mich auf all diejenigen, die zu diesem Thema aktiv forschen wollen und Lust haben auf ihre Lebendigkeit und den Kontakt zu ihrer Quelle. Die von mir begleiteten Seminare bieten hierfür Möglichkeiten heilsame Erfahrungen zu machen.

Für ein Leben in Kontakt und Leidenschaft.

Hallo Du

Anfang des Jahres hat mich folgender Text erreicht:

Der Planet braucht keine erfolgreichen Menschen mehr,
der Planet braucht dringend Friedensstifter, Heiler, Erneuerer, Geschichtenerzähler und Liebende aller Arten.

Er braucht Menschen mit Zivilcourage, bereit, sich dafür einzusetzen,
die Welt lebenswert und menschlich zu gestalten.

Diese Qualitäten haben wenig mit der Art Erfolg zu tun,
die in unseren Kulturen verbreitet ist. (Dalai Lama)

Dieser Text beschäftigt mich seither. Ganz besonders geht die Friedensstifterin in mir um. Wie geht das? Was ist so schwierig daran. Sätze wie „Um des lieben Friedens willen…“ tauchen auf. Ein Satz, der bisher für mich beinhaltet, meine Wahrheit zu verleugnen und mich unterzuordnen. Keine leichte Übung für eine Frau wie mich, und der Widerstand ist mächtig. Fühlt es sich doch auch gleich so verbogen, verlogen und unehrlich an.

Und ich spüre die Sehnsucht in mir, eine Friedensstifterin zu sein und Zivilcourage zu leben. Konstruktiv, wahrhaftig dem großen Ganzen dienend. Wo ist da der Königsweg? Eine Frage, immer wieder neu. Sicher ist, es braucht die Erwachsene und es ist ein Weg der Erfahrungen, mit Möglichkeiten wahrhaftig forschend, der immer wieder Mut braucht und Reife möglich macht.

Es gibt sehr interessante und empfehlenswerte Texte von Katharina Saalfrank auf Spiegel Online und in ihrem neuesten Buch Kindheit ohne Strafen.
Was hat dies mit meiner Arbeit zu tun? Der liebevolle und wertschätzende Weg, den sie für die Begleitung und Führung von Kindern entwickelt, ist zugleich auch der Weg für unsere inneren Kinder, und es gibt weit mehr Parallelen zwischen der realen Kindererziehung und der Art und Weise, wie wir mit unseren inneren Kindern umgehen. Beides kann so die Basis legen für Konflikte oder Frieden. Und wir haben die Wahl.

Verwahrloste, vernachlässigte, ängstliche innere Kinder werden zu Tyrannen und machen es unmöglich, als Erwachsene Frieden zu stiften, unser Herz zu öffnen, Empathie zu leben und verantwortlich Beziehungen zu entwickeln und zu führen. Ihre einzige Chance, Aufmerksamkeit zu bekommen sind Machtspiele. Doch Heilung und Frieden braucht einen anderen Weg.
Unsere inneren Kinder brauchen unsere Achtsamkeit, Toleranz, Liebe, Mitgefühl, Halt und eine wohlwollende Führung. Das verletzte innere Kind braucht Zuwendung und Heilung. Um eine Friedenstifterin zu sein, ist ein liebevoller Kontakt zu den inneren Kindern essentiell.

Zivilcourage braucht Mut und das Potential von Wut, die Angst der Kleinen braucht Mitgefühl. Daher liegt der Fokus meiner Arbeit immer wieder bei den inneren Kindern. Für mich ist das ein Invest für Frieden. Soviel heute von mir. 

Wut

Hallo Du!

Samstag vor einer Woche habe ich an einem Wuttraining teilgenommen. Gut, das ich dort war! Ein Satz, der mich erst einmal irritierte war die Aussage:

„Wut macht den Raum sicher.“

Wut, so wie ich sie bisher kannte, ist destruktiv, gefährlich, nicht angebracht und zerstörerisch, um nur ein paar der mir so vertrauten Prägungen zu nennen. Mehr als ein Grund sich dafür zu schämen und Zurückhaltung zu üben.

Nun, im Possiblity Management (nach Clinton Callahan) gibt es eine Zuordnung: die alte Landkarte der Wut und die neue Landkarte der Wut. Die alte Landkarte enthält in der Tat destruktive Eigenschaften. Hier ist der Umgang mit dem Gefühl Wut geprägt von „gegen etwas“ sein. Der Fokus liegt im Außen und darin, etwas zu bekämpfen. Sie ist der Boden für gelebte Dramen, für Opfer-Täter-Retter-Dynamiken.

Auf der neuen Landkarte der Wut wird deutlich, dass es sich um eine neutrale Energie handelt mit der Information „für Dich“. Diese gelebte Wut-Energie mobilisiert Kraft, bewegt, wirkt konstruktiv, klärt, setzt Grenzen, macht es möglich, eigene Grenzen zu öffnen, wirkt aus der Zentrierung heraus, ist der Boden für Authentizität und gelebte Leidenschaft im Kontakt. Sie macht ein Ja oder ein Nein möglich, ermöglicht Eigenständigkeit und Integrität. Diese Energie hilft uns dran zu bleiben, wenn es schwierig ist und hat einen Draht zu dem, was wirklich in uns brennt.

Es braucht die Erwachsenen in uns, mit der Fähigkeit zur Selbstwahrnehmung, der Bereitschaft, Verantwortung für das eigene Fühlen (meine Gefühle) zu übernehmen und zu differenzieren. Um dafür zu gehen braucht es wiederum Wut-Energie. Wut-Energie, für den Mut zur Auseinandersetzung mit dem was ist.
Und es braucht Menschen, die bereit sind mit dir zu trainieren, die daran interessiert sind, dass du in deine Kraft kommst, bereit dir Feedback zu geben und zu wachsen. Er-wachsen, raus aus destruktiven Gewohnheiten, hinein in ein verantwortungsbereites Miteinander.

Worum es dabei nicht geht ist, die Wut „wegzugeben“. Sie sinnlos raus zu brüllen, auf Kissen zu schlagen, um sie loszuwerden. Sondern sich diese Energie zu eigen zu machen, um sie konstruktiv zu nutzen und ihr eine Richtung zu geben.

Mich fasziniert dieser Weg. Und ich werde ihn weiter gehen, mich trainieren und sicher wird das ein oder andere auch in meiner Arbeit in seiner Zeit wirksam werden.

Denn: „Wut macht den Raum sicher“ für all die anderen kostbaren Gefühle/Energien wie Angst, Freude und Traurigkeit. Für Ent-wicklung. Danke an Dagmar Thürnagel und Martina Unger und an alle die Frauen, die mit mir waren.

Für ein Leben in Kontakt und Leidenschaft.

(Text z. Newsletter vom 19. Oktober 2017)

Liebe und Wut

Hallo Du!

„Liebe und Wut tut gut“, war vor vielen vielen Jahren mal ein Seminar, bei dem ich Teilnehmerin war. Heute kommt mir diese Aussage immer wieder in den Sinn.
Inspiriert von der genialen Frage: „Was würde jemand tun, der sich selbst liebt“ (diesen Satz habe ich von Nicola Weiser/Seminarhof Sonnentor) bin ich täglich damit befasst, wie ich meinen Tag in meinem Sinne gestalte, wo ich meine Prioritäten setze und was in meinem persönlichen morgentlichen Pflege- und Förderprogramm 😉 gerade das Stimmigste für mich ist.

Früher, geprägt von meiner rigiden Persönlichkeitsstruktur war da die Vorstellung, ich müsste bei einer „Sache“ bleiben, sonst wird das nichts. Wenn Yoga, dann Yoga. Wenn Joggen, dann Joggen, wenn Nordic Walking, dann täglich Nordic Walking, wenn Chakra Breathing dann…

Heute funktioniert das nicht mehr. Mein Körper blockiert. Er will gefragt werden, einbezogen in meine Entscheidung. Was „pflegt“ mich heute wirklich? Was stärkt mich? Was bringt mich heute in Fluss? Was würde jemand tun, der sich selbst liebt? Das ganze Procedere braucht meine Achtsamkeit und Präsenz. Denn sonst schleicht sich mein Schweinehund ein und aus meinem persönlichen Morgenpflegeprogramm, dass mir Zuwendung verspricht, wird Grübelei und Lähmung.

Und da kommt nun die Wut ins Spiel. Wut ist Energie, die bewegt. Energie, die zu initiieren vermag. Die konstruktive Kraft des Gefühls Wut ist es, die meiner Trägheit etwas entgegenzusetzen hat und die mir „auf die Beine hilft“. „Die Wut hochfahren“ ist eine Formulierung, die ich im Possiblity Management (Begründer: Clinton Callahan) kennen gelernt habe. Meine bisherige Formulierung dafür war, mich an der Hand zu nehmen. Beides braucht meine Entscheidung, meine Entscheidung ist Wutenergie.

Für eine Entscheidung braucht es Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Und da taucht er wieder auf der Satz: „Was würde jemand tun, der sich selbst liebt“? Und so schließt sich der Kreis:
Liebe und Wut tut gut. (danke Karl-Heinz Moosig und Sabine Newger)

So, und jetzt gehe ich raus – Kräuter sammeln und irgendwann später….mal sehen.;-))

Ich wünsche dir einen entscheidungsfreudigen, liebevollen Tag.

Hallo Du

Peter Levine, einer der Pioniere der körperorientierten Traumapsychotherapie, hat festgestellt, dass man ein Trauma nie an einem Ereignis festmachen kann, sondern nur an der Reaktion der Betroffenen. Deshalb ist seine Definition von Trauma auch wesentlich offener:

Zu viel           zu schnell           zu plötzlich

Letztendlich tritt eine traumatische Reaktion ein, wenn das Bewältigungssystem eines Menschen vollkommen überfordert ist und er oder sie sich hilflos und überwältigt fühlt.

Fragst Du Dich auch manches Mal, wieso andere soviel entspannter und geistesgegenwärtiger mit bestimmten Situationen umgehen können als Du? Wieso dir die Worte im Halse stecken bleiben und du plötzlich sprachlos bist – ohnmächtig. Wo du erstarrst, passiv zum Zeugen wirst an Stellen, wo es deine Handlungsfähigkeit bräuchte? Situationen, in denen du dich massiv konfrontiert fühlst, und denen du schlichtweg nicht gewachsen bist?

Manchmal sind es ganz neue Erfahrungen, meist jedoch sind es Erinnerungen aus früherer Zeit, die unser Nervensystem rennen lassen und uns auch heute noch in einen Zustand von Hilflosigkeit und Überwältigung bringen, der der aktuellen Situation nicht angemessen ist. Das ist nicht leicht auszuhalten. Und oft sehr schambehaftet.

Spannend auch hier wieder einmal die Frage: Was gibt es zu lernen? Worum geht es?

Viele Antworten dazu geben auf sehr anschauliche Weise die Blogs (oder auf You tube zahlreiche Videos) von Dami Charf unter www.traumaheilung.de.  Sie beschreibt u. a. das „window of toleranz“, wo es darum geht, dass Handlungsspielräume sich vergrößern können.
Die gute Nachricht: mit wohlwollender Unterstützung kann Entspannung eintreten, wo vorher nur Stress (Kampf, Flucht oder Schock) war. Im Fokus dabei unser Körper mit seiner Fähigkeit, wahrzunehmen, zu sein und sich zu regulieren. Wichtig: es gibt keine schnellen Lösungen. Es braucht Zeit, Beharrlichkeit, Mitgefühl, und – ganz wichtig – heilsame Erfahrungen.

Das „window of toleranz“ ist auch immer wieder Thema in meinen Seminaren. Überall dort, wo wir an  Grenzen stoßen, wo Irritation spürbar wird. Über einen tieferen Kontakt zu unserem Körper und seiner Fähigkeit wahrzunehmen, mit dem Fühlen zu sein, präsent verbunden über Atem, Bewegung und Stimme, können sich Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen und Selbstliebe entwickeln. Gemeinsam mit der Lust, dem Leben einen Sinn zu geben, das ureigene Potential zu leben, wachsen unsere Selbstregulationsmöglichkeiten und erweitern sich unsere Handlungsspielräume.

Unverzichtbar hierfür ist eine gewaltfreie Kommunikation, die eine wichtige Basis bildet, um sich angstfrei einlassen zu können. Verbunden mit dem riesigen Potential, dass in jeder Gruppe liegt, wo der/die Einzelne Verantwortung für sein/ihr Erleben zu übernehmen beginnt, passiert Heilung über Kontakt und Leidenschaft und es kann Neues entstehen.

Gerne begleite ich dich ein (weiteres?) Stück deines Weges.

Ich wünsche dir eine genussreiche Sommerwonnenzeit.

Unverschämt

– was verbindest Du mit diesem Wort?

Seit Jahren beschäftigt mich dieser spannenden Begriff. Jedes Jahr, wenn die Seminare zu diesem Thema näher rücken, forsche ich einmal mehr damit.

Un-ver-schämt….welche Gedanken tauchen diesmal auf?

Unvollkommen vollkommen. Oder – vielleicht – vollkommen unvollkommen?

Un-ver-schämt…

Würde. Mensch sein, menschlich. Demut?

Un-ver-schämt…

Freiheit. Atemraum. Spontanität. Kreativität. Lebendigkeit. Möglichkeiten. Kraft, aus dem Moment geboren…

Ver-schämt…

Wo vermeiden wir, wo unterbinden wir wertvolle, schöpferische Impulse von uns; drosseln unsere Lebendigkeit, unsere Spritzigkeit? Wo ist es uns zur Gewohnheit geworden, uns zu verstecken, unsichtbar zu sein, uns auszubremsen, uns zurückzuhalten? Wo tarnen und täuschen wir uns selbst  und andere, aus Angst vor Scham und Beschämung?

Un-ver-schämt

Bedeutet für mich das Abenteuer, sichtbar zu werden. Die pure Lust zu sein. Sichtbar, nicht in einer perfekten Choreographie. Sondern auch mit unseren Haken und Ösen, Ecken und Kanten. Sichtbar als Mensch, berührbar, vielschichtig, spielend, forschend, ringend, überraschend, einzigartig – liebenswert. Unvollkommen vollkommen.

Zwei Intensivseminare sind daraus entstanden – kraftvoll, tiefenwirksam und voller Freude – wie ihr Titel.

Unverschämt weiblich ein Seminar für Frauen

Unverschämt lebendig ein Seminar für Frauen, Männer und Paare.

Ein kleines Wort mit großer Wirkung: „zu“

Was bewirkt dieses kleine Wort aus zwei Buchstaben – „zu“?

Im Vergleich dazu: was ist anders bei Aussagen ohne „zu“? Laut, leise, dick, wenig, heiß, anstrengend….

Aussagen ohne das Wort „zu“ davor, ermöglichen mir Erfahrungen mit dem, was ist. Aus einem „zu“ wird ein „sein mit“. Es könnte spannend werden…

Anders dagegen die Folgen von „zu“. ZU macht zu, liefert einen Grund, sich gegen das zu stellen was mich in irgendeiner Weise herausfordert.

Je angespannter und gestresster ich bin, desto mehr „ZuS“ säumen meinen Weg. An meinen inneren Grenzen lauert meine Angst vor Kontrollverlust und Überforderung. Das „zu“ erlaubt mir, mich aus dem Spannungsfeld herauszubewegen, Irritationen aus dem Weg zu gehen. Entweder weg von dem Auslöser, oder über Versuche die aktuellen Situation zu verändern und/oder zu manipulieren, den nötigen Abstand zu bekommen.

Ein „zu“ bewirkt Trennung. Es verneint. Das „zu“ kann wie ein automatisches Nein wirken, ein Reflex, eine Gewohnheit, über das wir uns Möglichkeiten verbauen neue, überraschende Erfahrungen zu machen, und das verhindert, dass uns etwas nahe kommt, berührt und vielleicht verunsichern könnte.

Ein Lied zum Thema findest Du hier: YouTube: „Balbina – Das Kaputtgehen“

Und ja, je nach Situation ist das „zu“ sehr hilfreich und notwendig. Es geht nicht darum sich alles aufzuladen, auszuhalten und das „zu“ zu tabuisieren, es grundsätzlich zu verweigern, sodass letztendlich unser Körper über ein zu-viel durch Schmerzen und Erschöpfung, die Begrenzung übernimmt.

Doch manchmal…
Was wäre, wenn ich es wage in der ein oder anderen Situation ohne „zu“ zu sein? Ein „Ja“, ohne Handlungsbedarf, ohne Bewertung, forschend mit dem was ist, was sich verändert, Zeugin dessen, was ist und daraus entstehen will?

Sein damit.

Spannend für mich die Frage, was mich dabei unterstützt und herauszufinden worum es gerade geht.

Was unterstützt Dich?
Gerne lese ich von Dir.