Vor vielen Jahren habe ich das Buch: Die Insel der Linkshänder von Alexandre Jardin verschlungen. Es erzählt von Jeremy, der endlich Emily – der Frau, die er seit Jahren verehrt – für sich gewinnen kann. Eine Zeit voller Glück bricht an – und findet bald ihr Ende. Jeremy erkennt, dass der graue Alltag letztlich sogar die größte Liebe zerstören kann. Dann stößt er auf eine geheimnisvolle Insel, deren Bewohner von einer „Gesellschaft der Liebe“ träumen. Jeremy und Emily brechen dorthin auf, um in dem Umfeld und mit Hilfe der Rituale auf der Insel ihrem Leben zukünftig der Liebe zu widmen…
Dort gibt es zum Beispiel ein eigenes Beziehungstier, das bei dem Paar lebt, ähnlich einem kleinen Äffchen. An seinem Befinden können die Partnerinnen und Partner sehen, wie es aktuell um ihre Liebe steht.
Hast du gerade das Glück, in einer Paarbeziehung zu sein, mit einer Person, die dir am Herzen liegt? Was glaubst du, wie es eurem „Äffchen“ gerade geht? In welchem Zustand befindet sich euer Beziehungsgarten?
Im Buch wird deutlich, wie anspruchsvoll es ist, das, was einem an dem/der anderen so kostbar ist, lebendig zu erhalten, weil es im Alltag verloren zu gehen scheint. Termine, Erledigungen, Arbeit, Hobbys, das Bedürfnis nach Zerstreuung, Kontakte, die gepflegt werden wollen – all das lenkt ab und kann den Beziehungsgarten zuwachsen lassen.
Ich gehe davon aus, dass das viele von uns kennen, die Beziehung leben. Doch wie finden wir immer wieder Zeit und Raum, uns an die Liebe zu erinnern? Wie gelangen wir ins Spüren, hinein in eine Entschleunigung – ohne die Angst, aus Erschöpfung weg zu schlafen wenn es ruhiger wird, oder z. B. mit großem Energieaufwand unter Druck zu versuchen einander wieder nah sein zu können?
Wie schaffen wir einen Ausweg aus dem Teufelskreis?
Die Liebe braucht Zeit und Raum und Entspannung. Sie braucht Zwischenräume, die als Übergänge dienen können.
Wir wiederum brauchen den Mut, ehrlich hinzusehen, wo wir in trennenden Gewohnheiten verhaftet sind. Nicht selten erfordert es bewusste Entscheidungen, uns von solchen Gewohnheiten zu lösen (z. B. das Handy abzuschalten) beziehungsweise sie Schritt für Schritt abzubauen.
Der Wechsel vom Alltagsbeschäftigt-sein hin zu einem erwartungsfreien Raum, in dem erst einmal gar nichts geschehen muss – das allein ist für viele schon eine große Herausforderung. Und wie ein Nadelöhr wollen auch diese Zwischenräume durchschritten werden, damit wir in eine andere Dimension der Verbindung zu uns selbst treten und aus diesem Selbstkontakt heraus den Kontakt mit unserem Partner oder unserer Partnerin wieder neu entdecken und einander begegnen können.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie herausfordernd das ist. Deshalb habe ich vor vielen Jahren den sinnlichen Paar-Retreat ins Leben gerufen – bewusst in der Zeit zwischen den Jahren bzw. zum Jahresbeginn vom 1.-6. Januar, wenn die Welt etwas stillsteht. Die Arbeit kann ruhen, die Erreichbarkeit ebenfalls. Mein Ansatz ist, einen Rahmen zu bieten, den ich gemeinsam mit Christian als Raum halte.
Was bedeutet „Raum halten“? Damit meinen wir ein Setting, das Angebote bereithält, die jeden von euch kontinuierlich ermutigen und unterstützen jenseits von Druck, allmählich in die Entschleunigung und Entspannung zu kommen. Durch unsere Präsenz erhaltet ihr kleine, feine Impulse in den angebotenen Settings – eine Art Geländer, eine Struktur, die den Selbstkontakt jenseits des gewohnten Beschäftigtseins erleichtert. Körperorientiert und individuell.
Ganz bewusst gibt es im Paar-Retreat Räume, in denen jeder und jede Zeit für sich hat. Darauf bauen Sequenzen auf, die als Begegnungsraum für die Beziehungsgartenpflege gedacht sind.
Das Motto des Paar-Retreats lautet: Die Lust, die aus Entspannung entsteht. Wir möchten euch hierfür begeistern, damit aus der Entspannung heraus das Interesse am Du jenseits von Kampf wieder erinnert und erfahren werden kann.
Untergebracht sind wir im gastfreundlichen Seminarzentrum Sonnenstrahl in Kißlegg. Dort gibt es dreimal täglich leckere Verpflegung, einen Saunatempel, viel Natur und einfach Raum zum Sein – fern des Alltags.
Seid ihr euch das wert? Es gibt noch freie Plätze in einer Gruppe von maximal acht Paaren.

