Hallo Du!
Hast du dir diese Frage schon mal gestellt? Und zwar genau dann, wenn dir Lebensphasen zugesetzt haben? In Momenten, wo du am hadern warst, am zweifeln, in Kontakt mit Ängsten, oder in Kontakt mit Scham, Trauer, Ablehnung, Schmerz, Hoffnungslosigkeit und deinem Frust darüber…
Wenn ich in meinen inneren Prozessen bei dieser Frage lande, dann verändert sich etwas in mir. Ich erlebe diese Frage als innere Weichenstellung. Raus aus dem Widerstand und Kampf gegen das was ich erlebe, hinein in eine Öffnung für den Moment in und mit mir. Herz befragend – Herz öffnend. In Annäherung zu mir. Aufweichend. Ich erfahre Entlastung über mein Wohlwollen.
Und nein, es geht dabei (leider) nicht um spontane (Er-)lösungen aus den herausfordernden Momenten. Es geht vielmehr darum, mich um mich selbst zu kümmern. Selbstfürsorge. Hilfreich vielleicht auch die Frage an mich selbst: Was würde ein Mensch tun, der sich selbst liebt?
So eine sich selbst liebende Instanz zu entwickeln und den Raum zu halten, um diese aus den inneren Tiefen zu gebären, braucht (m)eine Entscheidung und Zeit. Ich würde es als Reifeprozess bezeichnen. Ich löse mich von dem Wunsch, dass es irgendwo eine/n Retter/in für mich geben könnte und übe die Bereitschaft mich meiner selbst anzunehmen. Worum und wohin auch immer es gehen mag.
Dich deiner annehmen….Wie könnte das für dich aussehen?
Was könnte Liebe mit „unverschämt lebendig“ zu tun haben?
Unverschämt – was verbindest du mit diesem Wort? Und was mit dem Wort: Lebendigkeit?Seit Jahren beschäftigen mich diese spannenden Begriffe.
Wo wird vermieden, vertuscht. Wo schützen wir uns hinter einer Fassade, bis hin zur Selbstentfremdung, weil wir nicht erfahren haben, dass wir in all unserer Komplexität okay sind – und dazu zählen auch die schwergängigen Seiten in uns. Wo unterbinden wir wertvolle, schöpferische Impulse von uns; drosseln unsere Lebendigkeit in all ihrer Vielschichtigkeit? Wo gehen wir in unserer Einzigartigkeit und Eigen-Art in diesem Ver-halten „verloren“. Werden krank. Betäuben uns über mannigfaltige Süchte. Isolieren uns. Wo ist es uns zur Gewohnheit geworden, uns zu verstecken, unsichtbar zu sein, uns auszubremsen, uns zurückzuhalten? Wo tarnen und täuschen wir uns selbst und andere, aus Angst vor Scham und Beschämung? Wem vertrauen wir uns an, wer darf uns wirklich sehen?
Un-ver-schämt lebendig
Das bedeutet für mich das Abenteuer, als Mensch sichtbar zu werden. Es bedeutet: Ich bin okay. Du bist okay. Es beinhaltet auch die Erlaubnis und zuweilen auch pure Lust im Sein – weil „es“ darf. Sichtbar, nicht in einer perfekten Choreographie, sondern auch mit unseren Haken und Ösen, Ecken und Kanten, dem Schmerz und der Trauer. Sichtbar als Mensch, berührbar, vielschichtig, spielend, forschend, ringend, überraschend, einzigartig – liebenswert. Lebendig! Unvollkommen vollkommen. Ob wir uns die jeweilige Geschichte zu eigen machen, hängt von vielen Einflüssen ab: von unseren Wünschen und Sehnsüchten, Werten, Bewertungen, Ängsten, Vertrauen, Phantasien, Unwissenheit, Bewusstheit, Prägungen, dem Mut zu fühlen uvm.
Welche Geschichte(n) erzählst du über dich?
Welche versuchst du (vor dir/vor anderen) zu verbergen? Was davon ist wahr?
Was erzählst du über andere? Was davon ist wirklich wahr?

