Eine Frage der Erlaubnis

Sep. 13, 2025 | Blog | 0 Kommentare

Vermutlich kennst auch du Zeiten, in denen das Leben dich herausfordert, innere Not spürbar wird und am eigenen Sein nagen. Der Geist neigt dazu, sich daran fest zu beißen, dreht sich im Kreis und vergrößert dabei die Not, die sich in Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und Ängsten äußern kann.

Doch was wäre, wenn es hierbei um Achtsamkeit und ein bewusstes Verändern des Blickwinkels ginge? Um das Anerkennen dessen was ist, UND die Erlaubnis, sich trotzdem bewusst Momenten der Freude zuzuwenden. Ja, Freude! Das klingt zunächst paradox, den Fokus auf Freude zu richten, wenn es einem gerade so schwer geht. Doch gerade dann braucht es sie. Denn Freude nährt und schenkt Kraft. Freude, die wie ein heiliges Elixier die Zellen durchströmt, dass Herz zum Singen bringt und ein Aufatmen möglich macht.

Was sind deine Momente, in denen du in Kontakt kommst mit Freude? Kannst du spontan einen nennen, für den heutigen Tag? Und wenn nicht, was könnte dich erfreuen? Jetzt? Heute?

Für mich habe ich festgestellt, dass es an meiner inneren Erlaubnis hängt, in herausfordernden Zeiten Glück zuzulassen und Freude zu leben. Dass es sich zum Beispiel nicht ausschließt, müde und glücklich zu sein. Mich der Müdigkeit hinzugeben, die Erschöpfung anzuerkennen und Momente von Glück und Freude zuzulassen. Das ist dann nicht die ausgelassene Freude, eher eine Freude wie ein stiller Gebirgssee — klar und energetisch Raum schaffend in dem, was sich in mir verkrampft hat, kämpft und eng geworden ist.

Manchmal gibt es nichts zu tun. Dann braucht es den Mut loszulassen und den Ort in dir aufzusuchen, an dem du nicht kämpfst. Still werden. Atmen. Sein. Um dann deine Aufmerksamkeit auf die Freude zu richten und das zu bemerken, was dir Freude bereiten könnte.

Und so gebe ich mir die Erlaubnis. Packe mein Bündel, schnüre meine Wanderschuhe und begebe mich auf einen Fernwanderweg. Ich liebe es, neue Wege zu erwandern. Ich werde unterwegs Freude kultivieren und die Erlaubnis glücklich zu sein im Fokus haben und dabei liebevoll die inneren Anteile an die Hand nehmen, die gerade meine Hand brauchen.

Ich wünsche dir Momente der Freude. Mögen sie als Samen in deinem inneren Garten landen und ihn zu einem bunten Zaubergarten voller Leben werden lassen.

Ja! Lasst uns unmögliche Gärten pflanzen. Freund von Freiheit und Unsicherheit werden (wovon schon Beuys in seinem Text: Lebe, sprach).