Menschliche Grundkonflikte

Hallo Du!

Kennst du diesen Gedanken: Alle anderen bekommen "es" hin, nur ich nicht. Warum fühlt sich mein Leben nur so herausfordernd an?

Wir gestalten unser Leben (auch) anhand von offenen oder unterschwelligen Botschaften und Überzeugungen, die wir früh in unserem Leben über Beziehungen verinnerlicht haben. Auch wie wir die Bindung mit unseren Eltern und/oder Bezugspersonen erlebt haben gehört dazu.

Wenn wir uns in einem wichtigen Lebensbereich dauernd erfolglos anstrengen, kann es hilfreich sein zu fragen, ob diese Anstrengungen etwas mit solchen Botschaften zu tun haben.

Was auch immer dieses "es" sein mag, wofür wir uns so anstrengen – das Phänomen selbst erleben viele Menschen. Oder anders ausgedrückt: Du bist nicht allein damit!

In meiner Tätigkeit als Körpertherapeutin in der psychosomatischen Klinik Bad Grönenbach bekomme ich gelegentlich Hintergrundwissen zu solchen menschlichen Konfliktthemen, und ich stelle fest, dass theoretisches Wissen durchaus entlastend wirken kann. Es hilft mir, tieferes Verständnis für meine inneren Aus-einander-setzungen zu entwickeln. Und es hilft mir, mein Mitgefühl für mein Menschlich-sein zu vertiefen. Ich bin weniger streng mit mir und fokussiere mich darauf, mich nach hause zu lieben. Mit all dem, was ich an Schattenseiten und Unzulänglichkeiten in mir entdecke.

Unvollkommen - vollkommen. Mensch, mit Lust auf mehr.

In diesem Sinne also etwas Theorie über menschliche Grundkonflikte, wie sie in der „Operationalisierten Psychodynamischen Diagnostik“ (OPD) aufgeführt sind. Den folgenden Text habe ich dem Wikipedia-Artikel „Grundkonflikte nach psychodynamischer Betrachtungsweise“ entnommen.

Die psychodynamische Betrachtungsweise sieht die Grundkonflikte als Bestandteil der menschlichen Entwicklung unter dem Blickwinkel der Konfliktverarbeitung. Dabei unterscheidet die OPD acht unbewusste Konflikttypen..... Eine eindeutige Zuordnung eines Menschen zu einem einzigen Konflikttypus ist allerdings oft nicht möglich, weil häufig mehrere Grundkonflikte noch unzureichend bewältigt wurden.

1. Abhängigkeit vs. Individuation: Im einen Extrem würde ein Mensch mit diesem Grundkonflikt eine Abhängigkeit erzeugende Beziehung suchen als „willkommene Abhängigkeit“, im anderen Extrem dagegen eine emotionale Unabhängigkeit aufbauen und die Bindungswünsche unterdrücken.

2. Unterwerfung vs. Kontrolle: Im einen Extrem nimmt der Mensch die Gegebenheiten hin als Schicksal, dem er sich fügt, dabei sind Erleben und Verhalten geprägt von Gehorsam und Unterwerfung. Im anderen Extrem bestimmen Kontrolle und Auflehnung („Bekämpfen“) das Erleben und Verhalten.

3. Versorgung vs. Autarkie: Im einen Extrem führen Versorgungs- und Geborgenheitswünsche zu starker Abhängigkeit, und der Mensch wirkt passiv und anklammernd. Im anderen Extrem nimmt der Mensch keine Hilfe an und wehrt die Wünsche nach Hilfe ab, indem er sich als anspruchslos darstellt. In einer altruistischen Konfliktverarbeitung bekommen Andere die Versorgung, nach der er sich selbst unbewusst sehnt.

4. Selbstwert vs. Objektwert: Es bestehen Selbstwertkonflikte, die im einen Extrem als Minderwertigkeit erlebt werden, während andere aufgewertet oder idealisiert werden. Im anderen Extrem werden kompensatorische Anstrengungen erbracht, die das Selbstbild bis hin zum Größenwahn stützen, während andere abgewertet werden.

5. Über-Ich- und Schuldkonflikte: Im einen Extrem führt die Schuldübernahme bis zur masochistischen Unterwerfung. Im anderen Extrem sieht der Mensch die Schuld nur beim anderen, wobei ihm jegliche Form eines eigenen Schuldgefühls fehlt.

6. Ödipal-sexuelle Konflikte: Im einen Extrem nimmt der Mensch seine Erotik und Sexualität nicht wahr, im anderen Extrem bestimmt sie alle Lebensbereiche, ohne dass eine Befriedigung gelingt. Dies meint nicht sexuelle Funktionsstörungen anderer Herkunft.

7. Identitätskonflikte: Bei sonst hinreichenden Ich-Funktionen übernimmt der Mensch die Geschlechts-, Rollen oder Gruppenidentität anderer oder überspielt die Identitätsambivalenz kompensatorisch.

8. Fehlende Konflikt- und Gefühls-Wahrnehmung: Bei diesem Grundkonflikt werden Konflikte, Gefühle und Bedürfnisse bei sich und anderen nicht wahrgenommen, oder sie werden durch sachlich-technische oder philosophische Beschreibungen ersetzt.

Meine Seminare sind keine psychodynamische Therapie. Sie sind Forschungsräume und eine Möglichkeit, Neues über dich selbst zu erfahren und dein Mitgefühl für dich selbst zu vertiefen. Zwei Seminare lege ich dir besonders an Herz: „Heilsames für dein inneres Kind“ und „LIEBESDINGE“.

In „Heilsames für dein inneres Kind“ geht es um den heilsamen Kontakt mit dem verletzten, inneren Kind in uns und wie es unsere Beziehungsfähigkeit beeinflusst. „LIEBESDINGE“ ist ein Seminar zu Intimität, Selbstliebe und Beziehungsfähigkeit.

Gerne begleite ich dich ein (weiteres) Stück deines Weges.

Herzliche Grüße

SAbine